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PRESSESPIEGEL

Das Klischee lebt weiter: Frauen mögen "heiße Öfen"!
Tagebuch eines Zeitungsartikels

Am 11.7.2006 landete ein Mail in der Box der Bikerwelt. Absender: ein Redakteur der "Ganzen Woche". Er sei auf der Suche nach Motorrad fahrenden Frauen, die sich auf ihren Motorrädern fotografieren lassen, die erzählen, wie sie zum Motorrad gekommen sind, was ihnen so gut daran gefällt usw.

Wir kontaktieren ihn telefonisch und bieten ihm an, aus unserem Dunstkreis drei bis fünf Frauen für ein Interview aufzutreiben - mit verschiedenen Einsteigergeschichten, auf verschiedenen Motorrädern, Clubmember, Freebikerinnen und alles dazwischen. Die Zeit ist knapp - der Termin für's Interview wird bereits auf den nächsten Abend fixiert, denn der Artikel soll am Mittwoch darauf erscheinen.

Nach stundenlangem Telefonieren - Motorrad fahrende Frauen scheinen auch sonst sehr aktiv und mit Terminen zugeschüttet zu sein - haben wir eine Runde "quer durch's Gemüsebeet" zusammen, die zwar leider nicht der phantasieanregenden Klischeevorstellung von sich in kurzem Leder auf chromblitzenden Megamaschinen räkelnden Fotomodellen entspricht, dafür aber ein repräsentatives und wirklichkeitsgetreues Bild der Motorrad fahrenden Frau in Österreich bietet:

Ute, deren Kindheitstraum es bereits war, ein Motorrad zu fahren, die meist alleine unterwegs ist und deren Ziel es ist, schon in naher Zukunft auch nicht so einfach befahrbare Länder mit ihrer Honda Transalp zu bereisen. (www.travelreports.at)
Karin Mairitsch, die alles Einspurige, was ihr unterkommt, auf jeglicher Art von Untergrund in der ganzen Welt befährt, die die Autorin des halben Buches "Rosarot und Himmelblau" ist, und die mit einer Buell XP12S zum Termin einreitet. (www.textundbild.at)
Garfield, die viel für die Toy-Run unterwegs ist und mit Stolz ihre Gelbjacke trägt als Vertreterin der Benefiz-Fahrerinnen auf einer Honda CB500S (www.toyrun.at)
Moni, die über ihren Vater zum Motorrad gekommen und Clubfahrerin mit dem Patch der Blue Knights Austria auf der Kutte ist, auf einer Suzuki Bandit. (www.blueknights.at/austria1)
Und Tjaky, die auf klassische Weise über den Freund zum Motorrad gekommen ist, die "gemeinsame Tourenfahrerin" im In- und Ausland, mit ihrer Honda Deauville. (www.bikerwelt.at … ehschowissen)

Die Fragen der Interviews behandeln das Thema "motorradfahrende Frauen" - aus unserer Sicht - überraschend oberflächlich und ziemlich eindimensional. "Frauen lieben den Geschwindigkeitsrausch", "Frauen kaufen Motorräder als Prestigeobjekt" oder "Das Motorrad schindet Eindruck bei Männern" wären zwar offenbar gern gehörte, knackige Statements gewesen, nur leider kann sich keine der Interviewpartnerinnen mit diesen Aussagen identifizieren. Unsere Vorlieben fokussieren nun mal Perfektion und ausgedehnte, gemütliche Touren - schneller, lauter, rassiger, PS-ssiger ist einfach nicht unsere Sache.

Mit jeder von uns gibt es auch noch eine Fotosession im Licht der untergehenden Sonne in genau der Kluft, in der wir normalerweise auch unterwegs sind.

Einige Tage später erkundigt sich Ute beim Reporter nach dem Stand der Dinge. Sie erfährt, dass dem Chefredakteur die Fotos nicht gefallen hätten. Also gäbe es einen weiteren Fototermin mit anderen Frauen.
Ganz normale Frauen, ungestylt und ungeschminkt, wie man es als Motorrad fahrende Frau unter dem Helm (besonders an heißen Tagen!) eben ist, scheinen das Publikum nicht hinreichend zu magnetisieren. Frauen, denen man - abgesehen vielleicht von der Lederkluft - wohl in jedem Supermarkt Wagerl schiebend begegnen könnte, sind offenbar nicht spektakulär genug.

Erst am 9. August war es dann so weit! Der Artikel erschien.

Moni und Frau Dr. Mairitsch waren drinnen. Die anderen (Ute, Garfield und Tjaky) wurden durch Karin Munk (Pressesprecherin der ARGE 2 Rad) und Barbara Rydel ersetzt. Statt Transalp, Deauville, Benefiz und ToyRun gab es Heritage Softail, Fat Boy, lässiges Räkeln und Bleistiftabsätze auf den Fotos. 50 % der Motorradfahrerinnen bevorzugen offenbar die Marke Harley Davidson.

Im Text des Artikels (der sich auf eine dem Reporter von der Bikerwelt zur Verfügung gestellten Umfrage bezieht), ist davon die Rede, dass sich Frauen praktische Motorräder "mit mehr Stauraum … wünschen", PS seien ihnen nicht so wichtig. Interessanterweise befinden sich weder Top-Case noch Koffer auf den abgebildeten 1.450er und 1200er Harleys. Moni erscheint mit ihren 600 ccm regelrecht minder bemittelt als die Schwächste und auch einzige Vertreterin der "PS-Unterschicht".

Auch vom Lärm, von der "richtig lauten Maschine" und vom ordentlichen "Bumm", besonders in Tunnels, ist im Text die Rede, wodurch alle Klischeevorstellungen von Frauen und Motorrädern endlich vollzählig versammelt wären: Frauen lieben Harleys, hohe Absätze und hohe ccm-Zahlen. Und auf Motorrädern räkeln tun sie sich auch. Der allgemeinen Meinung, dass Motorräder laut sind, wurde ebenfalls wieder ein Schäuflein nachgelegt. Der "Woche" sei Dank - das Klischee lebt weiter!

Von unserer Seite war es ein Versuch, der "Ganzen Woche"-Leserschaft ein realistischeres Bild der Motorradfahrerinnen zu präsentieren. Die Wirklichkeit ist ungefällig. Schade!

Fotos: Tjaky und Goofy



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