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NEWS-ARCHIV

10 Jahre "Biker in Österreich" - Ein Blick zurück in bessere Zeiten?

Vermutlich gibt es nur ganz wenige, die eine vollständige Sammlung aller "Biker in Österreich"-Ausgaben besitzen. An einem kühlen Herbstabend haben wir darin geblättert, Erstaunliches über Vergangenes gelesen und mit der Gegenwart verglichen. Wer glaubt, die Probleme der österreichischen Motorradfahrer wären so neu, der irrt. Nur die erste Ausgabe strahlt Optimismus aus, über den sich allerdings bereits eine kleine, dunkle Wolke schiebt.

Biker in Österreich, erste Ausgabe, Sep./Okt. 1993.

32 Seiten starkes Freiexemplar. Leitartikel: "Sie lebt: Unserer Motorradsezene geht es besser als viele glauben wollen". 10 Jahre später ist es sicher. Am Titelbild von damals: ein Biker in Kutte, auf den Sozius schwingt sich ein sonnenbebrilltes Mädel im luftigen T-Shirt. Von Leder, Helm und Handschuhen keine Spur. Ein freier Biker. Auf Secretarys Seite 3 ein Satz, der zu denken gibt: "Gerade in letzter Zeit nehmen gewisse Verordnungen, Gesetze und Versicherungsbedingungen Formen an, welche sich mit unserer hochgelobten Demokratie und deren angeblichen Rechte für alle nicht mehr vereinbaren lassen."

März/April 1994: 40 Seiten, 30,- öS. Die MAG will das Volksbegehren beantragten und sammelt Unterschriften. "Der Sinn: gerechtere Besteuerung, Wechselkennzeichen Auto/Motorrad, keine Streckensperrungen mehr für Motorradfahrer."
Wir schreiben 2003. Organisationen wie MAG und Plattform Motorrad arbeiten noch immer daran, das Wechselkennzeichen durchzusetzen. Und Streckensperrungen und Nachtfahrverbot für Motorradfahrer gehören zur Tagesordnung.

Nov./Dez. 1994: Secretary nimmt die Berichterstattung diverser Tageszeitungen über Motorradunfälle aufs Korn. "Da wird in großer Aufmachung jeder Motorradunfall bis ins kleinste Detail zerlegt, mit Schaudern von Geschwindigkeiten jenseits der Schallmauer berichtet, von heulenden Motoren und waghalsigen Manövern."
Die Aktualität dieses Artikels ist erstaunlich. Gerade in letzter Zeit lieben es (speziell deutsche TV-Sender), Berichte über rasende Motorradfahrer auszustrahlen und versuchen einander mit schockierenden Aufnahmen aus dem polizeilichen Videowagen zu übertreffen.

Sep./Okt. 1995: 48 Seiten um 35,- öS. "Volksfest oder Bikertreffen?" trägt Secs Artikel als Headline, denn die Szene ist gespalten. "Grund dafür sind die immer größer und kommerzieller werdenden Veranstaltungen. Megatreffen mit einigen hunderttausend Schillingen Budget werden immer häufiger, dementsprechend steigen auch die Preise ... Neben den zahlreichen Bikershops tauchen Schießbuden, Zuckerwatteverkäufer und ähnliche auf Jahrmärkten beheimatete Gesellen vermehrt bei Bikertreffen auf ..."
Das Wehklagen über diese Situation hat bis in unsere Tage stetig zugenommen.

März/April 1996: Bereits seit Bestehen des Magazins wurde den Motorrad fahrenden Frauen ihr Plätzchen zugestanden. Nun findet es Sec wert, ihnen auf seiner Seite 3 seinen gesamten Artikel zu widmen. "Ladies on the road - Auspufftopf statt Kochtopf - ... Leider gibt es in dieser so glorreichen Zeit des Motorrad-Booms noch immer Zeitgenossen (und Genossinnen), welche an einer Bikerin kein gutes Haar lassen wollen." Auch vom immer seltener werdenden Bikergruß ist die Rede - genau wie in Ausgabe 6 des Jahres 2003.

Juli/Aug. 1996: Die 52 Seiten erhält man nun um 40,- öS. "Diebe und Vandalen unter uns". Der Klau auf Bikerfesteln nimmt zu. Aber "auch der Straßendiebstahl und Vandalismus, speziell in den Großstädten". Ein ebenfalls hochaktuelles Thema - hat doch inzwischen jedes Motorrad auf der Straße zum preisgünstigen Ersatzteillager mutiert.

Sep./Okt. 1996: "Ignoranz, Rücksichtslosigkeit und oftmals auch bewußte aggressive Verhaltensweisen zeichnet einen nicht gerade geringen Teil der vierrädrigen 'Straßenkameraden' aus." Zeitgemäßer geht es wohl nicht, ist doch die Nötigung im Straßenverkehr (hupen, aufblenden und knapp auffahren) in den letzten Monaten zur Lieblingsbeschäftigung gestreßter, meist hoch-PS-iger Dosentreiber geworden.

Mai/Juni 1997: Sec publiziert Zukunftsvisionen und erinnert an "heimische Bikervertretungen" wie "ARGE L 107 und MAG", "... deren Bemühungen um das Aufzeigen herannahender Probleme noch viel zu wenig honoriert werden." Die Zeilen "sollten für alle eine kleine Anregung zum Nach- bzw. Umdenken sein, damit wir uns auch oder gerade deswegen in Zukunft 'Together strong' gemeinsam (möglichst) frei mit dem Bike auf Österreichs Straßen bewegen können".
Dass eine starke Lobby Unglaubliches erreichen kann, zeigte sich 2003 in der Schweiz, wo 35.000 Motorradfahrer gegen die "Vision Zero" demonstrierten und das drohende Unheil, ihre Motorräder auf eine Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h drosseln zu müssen, abwandten. Nach wie vor wäre es aber wünschenswert, wenn der Zusammenhalt der Motorradfahrer nicht nur in solchen Extremsituationen zustande käme, sondern permanent bestehen würde, um heimische Bikervertretungen bei ihren Anliegen zu unterstützen.

Wir überspringen ein paar Hefte und fassen die inzwischen auf 72 Seiten angewachsene, aber immer noch 40,- öS kostende Ausgabe Nov./Dez. 1999 näher ins Auge. Abermals blickt Sec in seine Kristallkugel. "Bikerbenefiz - ... Benefizveranstaltungen von Bikern sollten aber immer solche bleiben und nicht die Plattform für kommerzielle Zwecke werden. Sollte dies nicht der Fall sein, werden in absehbarer Zeit derartige Veranstaltungen wie Pilze aus dem Boden schießen." Weiters stellt er fest, dass wenigstens "von Bikern gespendete Gelder stets zur Gänze an die Betroffenen gehen".

Sep./Okt. 2000. Die Vision ist zur Realität geworden. Sec fordert "ein massives Umdenken" zum Thema Benefiz und kritisiert "halbherzige, scheinheilige 'Schaut her, wir auch'-Aktionen". Es "stinkt nach Selbstbereicherung .... Solche schwarzen Schafe gehören schnellstens aussortiert und öffentlich angeprangert", denn "Biker haben zwecks Akzeptanz keine Imagepflege durch Benefizveranstaltungen nötig". Ein Wort, das ungehört verhallte, denn in der Saison 2003 gab es so viele Biker-Benefizveranstaltungen wie noch nie.

An dieser Stelle fließt die Vergangenheit in die Gegenwart über. Wir verstauen den Stapel Zeitschriften wieder im Schrank und versuchen, uns die staubigen Finger in der Lederhose sauberzuwischen.

Lieber Secretary!

Wir gratulieren dir, dass du 10 Jahre "Biker in Österreich" (Ausg. Nov./Dez. 2003: 84 Seiten zu 3,49 Euro = 47,- öS) durchgehalten und damit eine umfassende Chronik über das Motorrad-Geschehen Österreichs geschaffen hast.

Vielleicht könntest du dir einiges an Arbeit ersparen und einfach die alten Artikel neu auflegen. Wie unser kleiner Rückblick zeigt, sind sie hochaktuell und deine Prognosen haben sich - manchmal sogar schlimmer als erwartet - verwirklicht.

Mach weiter so - wenn es auch manchmal schwer fällt, jede Ausgabe etliche Nerven kostet und der Arbeitsaufwand in keiner Relation zum erhaltenen positiven Feedback steht. Wie wertvoll alleine deine Worte auf Seite 3 sind, zeigt erst der Blick in die Vergangenheit!

Tjaky & Rudi

Cover: © Biker in Österreich 1993 - 2003, alle Zitate aus "Biker in Österreich", Ausgaben Sep./Okt. 1993 - Sep./Okt 2000.



© Copyright by Tatjana Suchovsky & Rudi Benesch
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