Triest - Wien

Da er schon öfter in Triest war, soll Rudi aus der Stadt führen. Doch irgendwie ist in der Beschilderung der Hund drin! Zuerst Wegweiser nach SLO, die später in keinster Weise mehr dieses Land erwähnen. Also zurück. Tatsächlich entdecken wir eine Abzweigung, der zufolge es wieder nach SLO geht. Abermals ein Legerl. Wir kommen wieder nach Triest zurück. Entnervt, da der Kleinen inzwischen langsam der Sprit ausgeht, suchen wir eine Tankstelle. Der Tankwart stellt sich unfreundlich an. Wir beschließen, woanders aufzufüllen. Diesmal will Tjaky versuchen die Auffahrt auf die Bundesstraße nach Slowenien zu finden. An einer Esso-Tankstelle, an der auch Kreditkarten genommen werden, erklärt uns der nette Tankwart den Weg - auf Deutsch. Wir biegen also rechts ab, bis zur Kirche, dann rechts, gleich wieder links, die schönen steilen Kurven hinauf. Die TZR scheint sich gefangen zu haben - sie zieht weg wie in ihren besten Zeiten.

Tatsächlich stoßen wir auf die gesuchte Bundesstraße. Allerdings hat die Irrfahrt durch Triest viel Zeit und Nerven gefordert.

Wie üblich geht es zügig durch Slowenien. Nach 170 km machen wir die erste Kaffee- und Tankpause. Das Wetter ist herrlich, die Stimmung bestens. Bis wir weiterfahren wollen ... die Kleine springt nicht an. Auch anschieben nützt nichts. Also runter mit dem Tank und die Zündkerze geputzt. Das hat schon einmal Wunder gewirkt. Euer Majestät, "Prinzessin auf der Erbse", weigert sich jedoch, wieder den Kolben zu bewegen. Nach drei Stunden erfolgloser Fehlersuche schmeißen wir die Nerven weg und überlegen ernsthaft, die Kleine stehenzulassen.

Ab in die Kiste und Schluß mit dem Ärger!Da entdeckt Rudi einen österreichischen LKW. Rudi heißt mit Nachnamen "Scheißminix" und fragt den Trucker, wohin er fährt und ob er die Kleine mitnehmen würde. Der Mann überlegt nicht lang, stimmt zu, wirft aber ein, daß sein Hänger verplombt ist und die TZR im Werkzeugkasten mitfahren müßte. Damit nichts kaputt geht und sich auslaufende Flüssigkeiten in Grenzen halten, kommt der Tank, die Verschalung und die Rückspiegel runter, dann hieven wir das Radl (zum Glück hat es nur 130 kg) in den Kasten. Die Aktion dauert bis kurz nach vier. Dann ist sie drinnen. Damit der gute Mann keine Schwierigkeiten bekommt, geben wir ihm noch den Zulassungsschein mit.

Um eine Sorge erleichtert und die FJ um Tjakys 52 kg schwerer beladen, jagen wir dem Heimatland zu. Kurz nach Einbruch der Dunkelheit machen wir in Zöbern Rast. Die Kälte hat uns wieder. Es wäre nicht eine Tour der Saison 2001, hätten wir sie ohne Regen überstanden - von Zöbern bis Baden gießt es.

Kurz nach 20 Uhr treffen wir in Wien ein. Um diese Zeit kann man die Tangente zügig benutzen - glauben wir! Im Laaerberg-Tunnel staut es sich. Wir hoffen auf Besserung, die aber nicht eintritt. Rettungswagen bahnen sich mit Blaulicht und Folgetonhorngetöse den Weg durch die Blechlawine. Da muß was Gröberes passiert sein! Im Stop-and-Go kommen wir an einigen kleinen Folgeunfällen vorbei. Von Slowenien bis Zöbern brauchten wir weniger Zeit wie vom Laaerberg-Tunnel bis zur Gürtel-Ausfahrt. Dort verlassen wir - als einziges Fahrzeug - den Stau. Alle anderen bleiben im Herdentrieb-Wahn auf der völlig verstopften Tangente.

Gegen 22 Uhr sind wir endlich zu Hause.

Am nächsten Morgen um 10 Uhr sind wir mit unserem LKW-Fahrer Karl verabredet. Er trifft pünktlichst ein, bringt die Kleine auch noch in die Nähe unserer Werkstatt und wehrt sich heftigst, als wir ihm eine finanzielle Entschädigung für seine Umstände anbieten. Hie und da hat man eben Glück und trifft einen Engel der Landstraße.

Mit Karls Hilfe sind Tjaky,
Rudi, Blauauge und Prinzessin doch noch glücklich in Wien angekommen.

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