Eretria - Parga

An einem für Griechenland ungewöhnlich kühlen Juni-Tag brechen wir unter wolkenbedecktem Himmel auf uns wählen die leichteste Strecke nach Nafpaktos - dieselbe wie bei der Anreise). Wir starten in der 100%igen Überzeugung, am Camping Platanitis nächtigen zu können, denn Nikos vom Camping Milos hat für uns am Platanitis angerufen und uns weitergegeben, dass geöffnet sei.

Als wir Nafpaktos hinter uns haben und - trotz Umbau der Bundesstraße auf Anhieb zum Camping Platanitis finden, stellen wir fest, dass dieser rundum geschlossen ist. Wir treffen auf ein niederländisches Paar mit Wohnmobil, die am Campingplatz anrufen. Tatsächlich meldet sich auch jemand … der automatische Anrufbeantworter, der wohl jedem, der es sich anhört, erzählt, dass der Platz in Betrieb sei. Also:

Camping Platanitis in Nafpaktos ist geschlossen!!!
(Stand Juni 2006)

Zwar gibt es 3 km weiter einen anderen Campingplatz, doch wir beschließen, da der Tag noch jung ist (17 Uhr), uns weiter in Richtung Amfilochia vorzuarbeiten und ev. sogar an die 280 km von Eretria nach Nafpaktos noch die 230 km nach Parga anzuhängen.


Exkurs: Überholen in Griechenland

Die Griechen waren etwas nervös ... Pfingst-Rückreiseverkehr ... und sie haben die Angewohnheit, die Breite einer Straße anders zu berechnen als wir. Sprich: 2 Fahrstreifen + ein Pannenstreifen auf jeder Seite (der hier dazu benutzt wird, auszuweichen, wenn einer überholen will) = genügend Platz für alle möglichen (und für unsere Begriffe unmöglichen) Verkehrssituationen.

Genauer: Wenn ein zu überholendes Fahrzeug auf den Pannenstreifen ausweicht, kann das überholende Fahrzeug mit leichtem Überragen der doppelten Sperrlinie überholen, denn es wird angenommen, dass das entgegenkommende Fahrzeug ebenfalls leicht auf den Pannenstreifen weicht. So können auch LKWs überholen oder überholt werden.

Die Motorradfahrer machen es wieder anders .... ein Motorradfahrer passt auf alle Fälle an der den heimatlichen Gefilden zustrebenden Kolonne vorbei. Also Gas und ab an der Blechschlange entlang.

Das heißt: Nicht nur auf die aufpassen, die einen überholen (immer schön auf den Pannenstreifen ausweichen), sondern auch auf die Entgegenkommenden, die ausbrechen, achten (- dann selbst auf den Pannenstreifen gehen - der Entgegenkommende erwartet das!). Manchmal kommt einem ein Fahrzeug mit 100 km/h auf der eigenen Spur entgegen, aber die Griechen können ziemlich gut auschecken, ob es sich ausgeht und wenn sie einmal überholen, treten sie fest auf den Stempel. Sollte es sich einmal nicht ausgehen, dann drängeln sie sich in ihre eigene Kolonne zurück, wo ihnen auch schnell Platz gemacht wird.

Immer bedenken: Dieses System klappt, wenn es sich um Griechen handelt, die die Fahrzeuge steuern, und nicht um einen Touristen in einem Leihwagen oder seinem eigenen Fahrzeug. Manche sind neu in Griechenland, durchschauen das System noch nicht … oder wollen es nicht durchschauen.


Vor Amfilochia beginnt es zu tröpfeln. Wir reduzieren die Durchschnittsgeschwindigkeit und fahren weiter. Über 100 km hält das Schlechtwetter an. Nach Sonnenuntergang wird es auch noch kalt. Gegen 21 Uhr treffen wir in Parga ein - frierend und vor Kälte zitternd, wie wir es noch nie in Griechenland erlebt haben.


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Alle Texte und Fotos, wenn nicht anders angegeben, © Tatjana Suchovsky und Rudi Benesch.


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