Eretria


Blick vom Camping Milos auf Eretria

Da uns die Stadt Eretria sehr nahe vorkommt, gehen wir zu Fuß los. Der Fußmarsch über eine griechische Bundesstraße, auf der die Fahrzeuge an uns vorbeiflitzen, nimmt schnell seinen Schrecken, denn die Griechen weichen Fußgehern (so sie nicht gerade überholt werden) großzügig aus. Bei Nacht würden wir hier allerdings nicht so einfach spazierengehen. Rudi hat die Idee, unsere Leuchtjacken mitzunehmen und anzuziehen, sollten wir einmal länger abends im Ort bleiben wollen. Eine gute Idee, die wir im Hinterkopf behalten.
Tatsächlich haben wir nach 10 Minuten das Ortsschild erreicht.

Die Straße vor uns sieht langweilig aus: ein paar Wohnhäuser, zwei große Parkanlagen und keine Geschäfte - nicht einmal ein Kiosk (die es doch sonst in Griechenland überall gibt). In der Glaserei in der Kurve erkundigt sich Rudi mit wenig Hoffnung und doch einem Funken Optimismus nach einem Internetcafe. In Griechisch, durchzogen mit einigen Brocken Englisch, erklärt uns der Mann, dass es da eines gäbe … zwei Straßen weiter, dann rechts, vor zur Fähre, dann links weitergehen und schauen.

Zweifelnd gehen wir den Weg seiner Beschreibung nach. Die Geschäfte mehren sich, je näher wir dem Meer kommen. Allerdings bieten sie keinen Touristenkram an, sondern Waren des täglichen Lebens, wie sie Einheimische benötigen.

Wir finden das Internet-Cafe an der Hafenpromenade. An den 30 PCs sitzt die Jugend und gibt sich um 2,50 Euro/Stunde den Online-Spielen hin. Wir sind die einzigen, die Mails abrufen und Spam löschen. (Wie banal!)

Das Restaurant am Campingplatz hat noch geschlossen, deshalb schauen wir uns um, in welcher Taverne sich die meisten Einheimischen aufhalten. Es ist die gegenüber der Fährenanlegestelle gleich neben dem Kiosk. Die nehmen wir (und kommen in den folgenden Tagen auch gerne wieder). Der sog. "Hamburger", der absolut nichts mit dem gleichnamigen Fast-Food unserer Breiten zu tun hat, besteht aus zwei großen gegrillten Fleischlaberln, Pommes, einer Pita, etwas Tsatsiki und Paradeisern zum Preis von 5,50 Euro. Eine Gyros-Pita ("gefüllter Teigfleck") kostet 1,50 Euro. Für unser Abendessen legen wir samt Getränken knapp unter 10,- Euro ab. (Sag noch einer, Griechenland ist teuer!)

In den folgenden Tagen lernen wir die Stadt und ihre Mentalität näher kennen. Das Zentrum ihrer Aktivität ist die Fährenanlegestelle, wo ca. alle 30 Minuten eine Fähre aus Skala Oropou anlegt und jenen, die nach Athen wollen, den Weg um 60 km verkürzt. Die Fähre verweilt nur so lange im Hafen, bis alle Fahrzeuge abgeladen und die am Pier wartenden aufgefahren sind.


Es gibt zwei Hauptstraßen, die einander im Häusergewirr im rechten Winkel kreuzen. Dort findet man viele Geschäfte, die alles anbieten, was Tourist und Einheimischer benötigen könnte (auch die Batterie für unseren Ersatz-Fotoapparat), sowie kleine Tavernen und Restaurants (fallweise noch preisgünstiger als an der Promenade, da ohne Meerblick). Es gibt Banken, Bankomaten (die auch auf Deutsch und Englisch bedient werden können), eine preisgünstige Tankstelle und einen großen Supermarkt. Man findet Boutiquen und Läden mit weitaus geschmackvolleren griechischen Dekorationsstücken als anderswo.

Die dritte Hauptschlagader bildet die Promenade, die sich die Bucht entlang bis hinüber zur kleinen Insel zieht. Dort sind die Restaurants mit Meerblick, viele Schmuckgeschäfte und Souvenirläden angesiedelt.

In den Seitengassen finden sich noch weitere Geschäfte und Betriebe: z. B. eine Buchhandlung, eine Motorrad- und eine Autowerkstatt.

Das Schmuckgeschäft, das uns am besten gefallen hat, nennt sich "Loupos and his Dolphins". Es liegt an der Hafenpromenade zwischen der Fährenanlegestelle und dem Kreisverkehr. Es bietet Gold- und Silberschmuck mit verschiedensten Steinen zum Teil in antik anmutendem Stil, zum Teil in modernem Design an. Die Palette reicht vom kleinen griechischen Glasauge bis hin zu schwer mit edlen Steinen besetztem Schmuck in höheren Preislagen. Durchgustieren durch das reichhaltige Angebot (auch über mehrere Tage) ist zu empfehlen, denn wenn dein Geschmack hier getroffen wird, fällt dir die Entscheidung nicht leicht.

Im Osten der Stadt befindet sich eine vorgelagerte Halbinsel, die über eine Straße zu erreichen ist. Sie ist allerdings kein öffentliches Areal, sondern von einem Hotelbetrieb besiedelt.

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Alle Texte und Fotos, wenn nicht anders angegeben, © Tatjana Suchovsky und Rudi Benesch.


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