Verkehr in Parga


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Es gibt einige Hauptstraßen (rot), die mit Autos oder großen Motorrädern zu befahren sind und an denen auch hauptsächlich die unzähligen Villen und Appartementhäuser liegen, in denen der Reisende seine Unterkunft findet.
Meist sind die für den Verkehr freigegebenen Straßen Einbahnen, was nach griechischen Verhältnissen jedoch nur für zweispurige Fahrzeuge gilt.

Die Altstadt ist Fußgeherzone (grün), ebenso die Hafenpromenade. Letztere wurde im Frühjahr 2005 geebnet und in mühevoller Handarbeit neu gepflastert, was die Urlauber, besonders jene, die nicht so gut zu Fuß sind, sicher erfreuen wird.

Flaniert man durch die engen Gassen der auf dem Hügel liegenden Stadt, kann sich unsereins kaum vorstellen, dass hier reger einspurig motorisierter Verkehr herrscht. Doch die Einwohner Pargas beweisen das Gegenteil. Sie fahren mit ihren Mopeds hügelauf, gasserlab, ja befördern damit sogar alles mögliche. Es ist üblich, einem Heranbrausenden auszuweichen. Inzwischen zum Motorradfahrer avancierte verlassen sich sogar darauf!

1 Die Kreuzung

Links die OTE, auf der anderen Seite die große Kirche und die Schule. Sie ist eine der Hauptkreuzungen in Parga. Geht man geradeaus weiter, kommt man zur Post.

Biegt man links ab und geht man ein Stück die Straße hinauf, kommt man zur "Grünen Bäckerei". Sie ist nicht nur die älteste Bäckerei von Parga, ziemlich exklusiv und daher in der gehobenen Preislage, es ist immer wieder ein Vergnügen, sich während der Hauptverkehrszeit (10 - 12 Uhr und 16 - ??? Uhr) dort hinzusetzen und zuzusehen, wie in der eigentlich einspurigen Straße Reisebusse an entgegenkommenden Lieferwagen vorbeigleiten.

4 Kanaris

Konstantinos Kanaris (1790-1877) führte in der Nacht vom 6. auf den 7. Juni 1822 seine Schiffe gegen die türkische Flotte. Als er das türkische Flaggschiff erreichte, befeuerte er es und traf den Munitionsraum, worauf das Schiff explodierte. Daraufhin vernichtete er noch den Rest der türkischen Flotte und ward zum Held erkoren.

In Parga setzte man ihm dieses Denkmal und benannte den Platz, auf dem es steht, nach ihm. Ausserdem gibt es jedes Jahr am 15. August ein riesen Fest, bei dem die Szene nachgestellt wird.

Hinter dem Marmor-Kanaris: kulinarische Köstlichkeiten, neben ihm fahren der rote Zug und die knatternden Mopeds vorbei, um ihn schlendern die Touristen. Aber all das interessiert ihn nicht. Er schaut hinaus auf's Meer, als wäre er immer sprungbereit, sollte die türkische Flotte wieder am Horizont auftauchen.

3 Das Schleichwegerl

Angesichts der Bauarbeiten im Mai 2005, welche die für Motorradfahrer sowieso schon schwierige Kanaris-Kurve durch Sandauflage zur Sonderprüfung werden ließ, suchen wir einen anderen Weg, um von der Bundesstraße in den südlichen Teil der Stadt einzufahren und zu unserer Villa zu kommen. Wir finden ihn auch. Wenn man auf der Straße (blau eingezeichnet) am Fuße des Berges Litisas von der E55 kommend nach dem Fußballplatz den Schildern zum Hotel Rezi folgt und sich immer rechts hält, landet man bald in der Kryoneri-Bucht und in der Ag. Athanasiou. Aufpassen! Mit Gegenverkehr rechnen!

4 Der weiße Hund

So oder nicht viel anders erlebt man ihn vor, zwischen oder im Taucher-Zubehör-Geschäft nebem dem Mini-Market Tutti-Frutti. Er, der weiße Hund, ist 11 Jahre alt und wir haben es noch nie erlebt, dass er sich schneller bewegt, als sein Fell wächst. Seine Gleichgültigkeit gegenüber dem, was um ihn herum vorgeht, ist in Parga schon sprichwörtlich. Genau wie die Statue des Kanaris ist auch er ein Fixpunkt in Parga.

5 Das Schlupfloch in die Altstadt

Geht man rechts von "Rudis Restaurant" weiter, gelangt man in die Altstadt. Eigentlich ist sie Fußgeherzone, aber Einspurige flitzen dort fröhlich herum. Also: auf die Seite springen, wenn man etwas Motorisiertes nahen hört!

Hier pulsiert das Leben, hier gibt es die unzähligen Geschäfte, Bars und Restaurants gebündelt für den Reisenden. Es lohnt sich auch, da und dort in die ganz kleinen Gässchen abzuzweigen - auch dort entdeckt man immer wieder Neues (und sei es einen versteckten Bankomaten!).

6 Der Ballistiker

Patatukos Dimoulitsas befasste sich mit Balistik. Seine Schüler drückten jedoch nicht die Schulbank, sondern befanden sich auf Schiffen. Von ihm lernten sie, wie man gezielte Schüsse abgibt, wenn die Planken unter den Füßen schwanken. Und deshalb bekam er auf der Hafenpromenade in Parga in der Nähe des Burgberges eine Büste gesetzt. Wie der alte Kanaris blickt auch er auf das Meer hinaus.

7 Die Burgruine

Meist hat man sie im Blickfeld - die Ruine oben auf dem Hügel, während der Nacht beleuchtet. Mächtig und unbeteiligt, an dem, was sich zu ihren "Füßen" abspielt, hockt sie oben auf dem Felsen und harrt der Touristen, die da kommen.

Verkehr in Griechenland

Kommt man nach Griechenland, sollte man sich gleich zu Beginn eine aktuelle (!!!) Straßenkarte jenes Gebietes besorgen, das man befahren will.
Wir besorgen uns die "Road-Editions" Nr. 3 und 4, um 7,50 Euro etwas teurer als andere Karten, dafür auch recht genau. Road Editions ist ein in Athen ansäßiger Verlag, der in Zusammenarbeit mit dem griechischen militärgeographischen Institut die Karten erstellt. Sie verwenden Schattierungen und Höhenangaben, um die verschiedenen Höhenstufen zu kennzeichnen. Es wird zwischen Schnellstraßen, Autobahnen, asphaltierte Haupt- bzw. Nebenstraßen und Nebenstraßen unterschieden. Weiters sind Strände, Kirchen, Kapellen, Burgen, Festungen, Leuchttürme, archäologische Stätten, ja sogar Weinberge im Gelände sind eingezeichnet. Camper wird auch interessieren, wo es Campingplätze gibt - die sind auch vermerkt (leider nicht die Öffnungszeiten). Orte sind zweisprachig (griechisch / englisch) eingetragen, die Legende ist viersprachig (gr / en / dt / it).

Die Griechen überholen Einspurige in geringem Abstand, schneiden aber nicht. Oft hupen sie, um freundlich auf sich aufmerksam zu machen. Sie lassen sich beim Abbiegen Zeit und warten meist brav, bis man vorbei ist.

Fährt man hinter einem anderen Fahrzeug (oder als MR-Fahrer in einer Gruppe) sollte man viel mehr Abstand halten als in österreichischen oder deutschen Breiten. Plötzliche Bremsmanöver könnten auf den rutschigen Straßen sonst schnell ins Auge gehen.

An der Kreuzung der Straße nach Parga mit der E55: Einige Ziegen weiden die Verkehrsinsel ab und lassen sich nicht einmal durch den LKW stören.

Geschwindigkeitsbegrenzungen, doppelte Sperrlinien und Stop-Schilder sind reine Empfehlungen, solange kein Polizist in der Nähe ist. Die Ankündigungen von Radarüberwachungen sind jedoch kein Gag. Auch bis Griechenland ist dieses lästige Gerät schon vorgedrungen und wird auch tatsächlich eingesetzt.

Permanentes Schielen ist an der Tagesordnung - einmal auf die Fahrbahn, ihre Rillen, Steinschlaglöcher und Bodenwellen sowie die abbröckelnden, hängenden Bankette - andererseits auf die Büsche und Wiesen am Fahrbahnrand, wo immer wieder unbeaufsichtigte Ziegen und wilde Hunde auftauchen, die auch gerne die Fahrbahn überqueren. Dass sie es nicht immer lebend schaffen, sieht man an den vielen Tierkadavern, die in der Sonne verwesen.

Auch die Landschildkröte (in Epirus gibt es etliche davon frei lebend), die wir in Parga eines Morgens entdeckten, hat es nicht auf die andere Straßenseite geschafft, ebenso wie der hübsche Fuchs und die zahllosen Katzen auf der E55.


Ein junger, vorher lange Zeit in Deutschland lebender Grieche mit einer hübschen Suzuki erzählte uns, daß er 8 Monate brauchte, um sich auf die rutschigen Fahrbahnen in Griechenland einzustellen. Ein anderer empfahl uns, bei beginnendem Regen besser stehenzubleiben, in Ruhe einen Kaffee zu trinken und den ersten Gussabzuwarten - dann wären die Straßen am gefährlichsten.

Nachdem Rudi die TZR repariert hatte, hatten wir vor, von Parga nach Ioannina über die kleinen Straßen durch's Gebirge zu fahren - wovon uns jedoch die Einheimischen abrieten. Für Tourenmaschinen wären die Straßen zu schlecht. Enduristen haben wahrscheinlich ihre Freude daran.

STRASSENSPERREN

Bierkisten (Varianten oder Ähnliches wie Paletten, rot-weiße Bänder, Stühle etc.) = griechische Warnzeichen im Straßenverkehr. Bitte beachten, respektieren und an Ort und Stelle lassen. Auch quer zur Fahrbahn stehende Fahrzeuge können eine Straßensperre anzeigen.


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Alle Texte und Fotos, wenn nicht anders angegeben, © Tatjana Suchovsky und Rudi Benesch.



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von den Betreibern der Bikerwelt, Tjaky und Rudi
www.bikerwelt.at


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