"Paxos - Antipaxos - Blue Caves"

Unter diesem nichtssagenden Titel kann man einen Ausflug buchen, mit dem man einen Tag voll beschäftigt ist.

Um 10 Uhr geht es los. Die örtliche Ausflugs-Flotte verlässt den Hafen von Parga in verschiedene Richtungen. Die "Vicky F" hält sich leicht rechts. Das Schiff ist an diesem Vorsaison-Tag nicht ausgebucht - so brauchen sich die Passagiere nicht um die Plätze am Sonnendeck zu streiten. Unser erstes Ziel ist der kleine Ort Loggos auf Paxos, den wir nach ca. einstündiger Fahrt erreichen und der aus einem Mini-Hafen sowie einigen Häusern besteht. Das Schiff legt hier nicht an, parkt nur ein bisschen, damit wir Reisende den Anblick geniessen können.

Weiter geht es nach Lakka. Dort legen wir an und haben ca. 1,5 Stunden Zeit zur freien Verfügung. Zuerst frühstücken in einem der vielen Lokale mit Hafenblick, dann das Städtchen erkunden. Hinter der Frontfassade geht es weiter mit Restaurants und Geschäften, was überrascht, denn so viel Angebot hätte man Lakka auf den ersten Blick nicht zugetraut. Hier könnte man Ferien verbringen, wenn man die absolute Ruhe sucht (besonders in der Vor- und Nachsaison), ohne verhungern oder verdursten zu müssen.

 

Nach dem Stadtrundgang heißt es zurück auf's Schiff. Jetzt ändert sich schlagartig das Aussehen der Küste, als wir "links abbiegen". Bot sich bislang das von griechischen Inseln gewohnte Bild mit Häusern, Buchten und Segelschiffen, bietet nun die Küste keine Chance mehr, um anzulegen. Sie sieht aus, als hätte da einer die Hügel mit einem riesigen Brotmeser durchgeschnitten und den abgeschnittenen Teil verschwinden lassen.

Das Meer nagt hier am Land, höhlt es aus, trägt es ab und legt Gesteinsschichten frei. Dazu kombiniert sich die Farbe des Meeres, die dort, wo der Untergrund mit Wasserpflanzen belebt ist, ins Tief-Tintenblaue geht, wo aber der helle Sand den Grund bildet, vom Hellblau ins Leuchttürkis schlägt.

Kapitän Augustinus steuert auf eines der kleinen Löcher in der Wand zu. Es sieht aus, als wolle er das Schiff gegen die Felsen fahren. Im letzten Moment dreht er ab und manövriert seine Vicky in die Höhle hinein, wo er kurz stehenbleibt, damit seine Fahrgäste das Farbenspiel und die zerklüfteten Höhlenwände auf sich wirken lassen können.

   

Jede dieser Höhlen hat einen Namen. Wir fahren hinein in die "Ipapandi" (in der sich im Zweiten Weltkrieg ein griechisches U-Boot versteckte), die "Galazio" und die "Ortholithos".

Manch eine der Höhlen ist in sich zusammengebrochen. Dann hat der Hügel ein trichterförmiges Loch oder er bildet in seinem Inneren eine kleine Bucht - ein beeindruckendes Naturschauspiel. Immer wieder zeigt die Küste neue Beispiele, wie Wind und Wasser Land formieren können. (Fotografen und Filmer - nehmt genug Speichermaterial und Batterien mit!!!)
Wir fahren an der zerklüfteten Westküste von Paxos entlang südlich und zwischen Paxos und Antipaxos hindurch, um in der zweiten Bucht den Anker fallen zu lassen. Baden im glasklaren Wasser der Bucht ist angesagt - vielleicht etwas anders, als es sich so manch einer der Passagiere vorgestellt hat. Es gibt keinen Angeleplatz, kein Boot, das die Badewilligen an den weißen Sandstrand bringt. An die Bordwand wird eine Leiter gehängt. Bitte schön!

Manche wagen den Sprung von Deck, manche benutzen die Leiter, aber alle sind begeistert. Nun wird auch die Bar der Vicky F. in Anspruch genommen, die alle gängigen Erfischungen anbietet.

Nach dem einstündigen Badevergnügen wirft der Maschinist wieder die Motoren an. Gaios auf Paxos steht als letzte Stadt auf dem Programm. Dort empfängt uns die Statue des Georgios Anemojánnis, der im griechischen Freiheitskampf gegen das Osmanische Reich ein türkisches Schiff im Hafen von Gaios in Brand steckte. Wieder haben wir eineinhalb Stunden Zeit, um die lange Hafenpromenade und die engen Gassen mit den vielen Geschäften und Lokalen zu erkunden.

Nach diesem letzten Stopp legen wir um 17:30 Uhr ab und erreichen gegen 19 Uhr Parga. Über den Bergen am Festland hängt eine Regenfront, die da und dort aufbricht und mit der über dem Meer stehenden Sonne ein tolles Farbenspiel der Wolkenformationen liefert.

Es war ein wunderschöner Tag, zum Teil an Land, zum Teil auf See - zum Teil am und zum Teil im Wasser. Diese Ausfahrt (für uns ungewohnt, da nicht mit dem Motorrad) ist auf alle Fälle zu empfehlen! Sonnencreme nicht vergessen!

Die Vicky F. fährt große (25,- Euro) und kleine (15,- Euro) Touren, wobei bei der kleinen Tour die "Blue Caves" nicht angefahren werden.
Da die Anzahl der Plätze beschränkt ist, empfiehlt sich - besonders in der Hauptsaison - eine Reservierung, z. B. im Kryoneri-Reisebüro (der Preis bleibt dabei der gleiche).

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Alle Texte und Fotos, wenn nicht anders angegeben, © Tatjana Suchovsky und Rudi Benesch.



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