Alles neu macht der Mai - Parga, Ende Mai 2005

Dieses Kapitel soll nicht erschrecken oder vielleicht gar von einem Parga-Besuch abhalten. Im Gegenteil!
Hier ist man bestrebt, die Dinge zu verbessern, mehr Komfort zu bieten und den Ort zu verschönern.

Die Art und Weise, wie das geschieht, lässt uns jedoch immer wieder erstaunt stehenbleiben und zusehen. Es ist interessant, wie hier diverse Arbeiten durchgeführt werden, mit welchen Schwierigkeiten die Bautrupps zu kämpfen haben und wie sie ihre Probleme auf typisch griechische Art lösen.


Die Hafenpromenade - ein bereits historischer Bericht

Kommt man aus einem Land, in dem Nicht-Grünflächen zubetoniert werden, kann das Zusehen bei griechischen "Handarbeiten" ganz interessant sein. EU-gefördert pflastern Pflasterer im Frühjahr 2005 die Hafenpromenade neu. Sie legen Stein um Stein und uns erstaunt, dass man niemals einen sieht, der mit einem Plan herumläuft, auf dem das Muster der grauen kleinen und weißen großen Steine eingezeichnet ist. Irgendwie schaffen das die Pflasterer ganz ohne PC und Computergrafik.

Wir wundern uns, wie schnell das geht. Naja, immerhin soll's fertig werden, wenn im Juli die vielen, vielen Reisenden nach Parga kommen.

Als wir am 10. Juni 2005 einen letzten Rundgang machen, sind die Arbeiten fast abgeschlossen. Besonders Menschen, die schlecht zu Fuß sind, aber auch alle, die ihre Blicke lieber aufs Meer, die Burg und die kleinen Inseln lenken, wird die ebene, schön gepflasterte Promenade in Parga erfreuen.

Die Kanaris-Kurve in chronologischer Reihenfolge über drei Wochen:




Die Hafenpromenade beim Pier in der Chronoliogie einiger Stunden


Das letzte Stück





Öl in Parga?

Irgendwie erinnert die überdimensionale Bohrmaschine an Ölbohrungen, doch nicht der Wunsch, das schwarze Gold zu finden, motiviert die Bauarbeiter, den Bohrer weiter und weiter in den Hang hineinzutreiben, sondern die Notwendigkeit einer neuen Kanalisation. In Parga bleibt die Straßendecke zu - die Arbeiten werden unterirdisch erledigt.

Der Bauleiter (aus England importiert) erzählt uns, dass sie 120 Meter weiter die Straße hinauf bohren wollen. Die Bohrmaschine ist 20 Jahre alt und war vor ihrem Einsatz in Griechenland bereits in Deutschland und Österreich tätig. Immerhin ist sie so hoch entwickelt, dass man mit dem starr wirkenden Bohrgestänge durchaus leichte Kurven bohren kann und das Werken des Bohrers über portable und fix am Hauptgerät montierte Displays verfolgen kann.

Eines Abends gegen 23 Uhr fährt plötzlich ein unscheinbarer PKW mit Gelblicht gegen die Einbahn, stellt sich quer über die Fahrbahn und sperrt die Straße. Ein riesiger Bagger platziert sich in der dahinter liegenden Hauptverkehrskreuzung in der Kryoneri-Bucht - der Grund der Straßensperre.

Am nächsten Tag ist die Verwirrung unter den Auto fahrenden Lieferanten und Touristen groß. Der gelb belichtete PKW versperrt noch immer die Straße und kein Hinweis "weiter oben" darauf, dass es hier nicht weiter geht. Also umdrehen und entgegen die Einbahn zurückfahren, entgegen den Strom jener, die von der Sperre gleich erst erfahren werden.
Kleines Chaos am Morgen des 1. Juni 2005.

Inzwischen hat der Trupp des Baggerfahrers seine Arbeit aufgenommen - was heißt: der Baggerfahrer hebt eine Grube aus, die anderen schauen zu und passen auf.

Das Hauptproblem: Der Boden unter der Betondecke ist sehr feucht, da er von vielen kleinen Wasseradern durchzogen wird. Der Bagger hebt keine Erde aus, sondern lehmigen Schlamm. Um die Seitenwände am Einsturz zu hindern, werden schwere Metallplatten in die Grube gelassen und verstrebt.

Am Nachmittag ist das Loch schon ziemlich tief. Man sieht die Kabelrohre, an denen sich die Baggerschaufel vorsichtig vorbeibewegt und die die Arbeit überwachenden Kollegen des Baggerfahrers stehen auf einer dünnen Betonschicht, unter der das Erdreich weggerutscht ist.

Der Grund für das verkehrsbehindernde Loch ist der Bohrer, der sich da unten irgendwie verklemmt hat und nun ausgebuddelt werden muss. Die Reparatur erfolgt unter Tag.

Nach ein paar Tagen wird (trotz Loch) die Straße für den Verkehr wieder freigegeben. Seitlich ist genug Platz, dass ein PKW vorbeifahren kann und die LKW-Fahrer fahren inzwischen andere Wege.

Nach drei Wochen, kurz vor unserer Abreise, hat der Bohrer sein Ziel erreicht: eine riesige unterirdische Betonblase mit einer wahnsinns Akustik, in die das Wasser der kleinen Läufe abgeleitet wird.



Eine Straße in 2 1/2 Stunden

So langsam sich manche Bauarbeiten in Griechenland gestalten, so schnell und einfach können sie auch passieren. Als wir gegen 14 Uhr in die Stadt hineingehen, wird gerade abgesperrt. Kennen wir schon: Ein PKW stellt sich quer, das war's. Da wir bereits einige Baufahrzeuge zufahren gesehen haben, fragen wir den Mann, wie lange die Straße gesperrt sein würde. "2 - 3 Stunden", meint er.

Wir glauben es nicht recht und stellen uns bereits seelisch darauf ein, bei unserem für den nächsten Tag geplanten Ausflug die Schotterstraße, die von unserer Unterkunft zur Hauptstraße führt, benutzten zu müssen.

Als wir gegen 16:30 Uhr zur nun nicht mehr gesperrten Straße kommen, ist sie bis zum Parga-Camping hinauf frisch geteert und freigegeben. Und sogar in die Mulde in der Kurve haben sie ein bißchen Teer geschüttet!

Der Fußballplatz

Er bekam eine Tribüne:


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Alle Texte und Fotos, wenn nicht anders angegeben, © Tatjana Suchovsky und Rudi Benesch.



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