MISTRAS (aus unserer Tour 2003)


Nach einem angesichts der hohen Preise spartanischen Mittagsessen schwenken wir in Sparta rechts in eine Seitenstraße ein und fahren die 6 Kilometer nach Mistras, wo wir stehenbleiben und bei einer Zigarette die Burg betrachten, die hoch oben auf einem Hügel thront.

Dereinst im 13. Jhdt. stritten sich fränkische Ritter und Byzanz um die Herrschaft über den Peloponnes. Dem Fürsten Guillaume II. de Villehardouin von Archaia gelang die Eroberung von Lakonien, welches er durch den Bau von drei Burgen abzusichern versuchte: Geraki, Monemvassia und Mystra. Kurz danach geriet er aber in byzantinische Gefangenschaft und musste sich durch die Herausgabe der Festungen freikaufen.

Das antike Mistral - hoch oben!Nun hatten die Byzantiner die Hand drauf. Während es im Rest des Landes wild zuging, lebten die Menschen in Mystra in Frieden und wirtschaftlichem Aufschwung. Sie handelten mit Woll- und Lederwaren aus eigener Erzeugung sowie mit dem Orient über den Landweg. Die Bevölkerung wuchs in dieser Zeit auf mehrere tausend Einwohner an. Die Stadt wurde, besonders Ende 13./Anfang 14. Jhdt. ausgebaut, wobei viele neue Kirchen und Klöster entstanden. Später entwickelte sie sich zu einem Zentrum von Wissenschaft und Philosophie.

1460 wurde Mystra von den Türken eingenommen. Sie setzten zwar einige kleine Moscheen ins Stadtbild, doch die zahlreichen Kirchen ließen sie bis auf zwei, die sie zu moslemischen Gotteshäusern adaptierten, unangetastet. Wieder blühte Mistras bis ins 18. Jhdt. hinein auf.

Die Spitze des BergesIm russisch-türkischen Krieg besetzte 1770 ein Expeditions-Corps des Zaren die Burg und verwüstete sie. Nach ihm kamen türkisch-albanische Truppen und erledigten den Rest. Sie zerstörten die Klöster und massakrierten den Großteil der Bevölkerung. Schließlich wurde Mistras 1824 im griechischen Befreiungskrieg von den Armeen Ibrahim Paschas in Brand gesteckt und die Bevölkerung vertrieben. Die folgende bayerisch-wittelsbachische Administration hatte kein Interese an den Trümmern orthodoxer Klöster und gründete neben den Ruinen des antiken Sparta die neue Stadt Sparti. Dort siedelten auch jene wenigen, die in Mistras überlebt hatten. Seitdem verfällt die Stadt auf dem Berg.

Angesichts der drückenden Hitze verzichten wir darauf, sie zu erklimmen und kehren nach Githio zu unserem Zelt zurück, wo wir die Motorräder soweit bepacken, dass für den nächsten Morgen nur noch Zelt und Schlafsäcke übrig bleiben.

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