KANAL VON KORINTH / ISTHMIA (4. - 6. 6. 2004)

Kanal von Korinth

Bereits in der Antike hatten Cäsar, Caligula, Nero und Konsorten überlegt, einen Kanal zwischen dem Saronischen und dem Korinthischen Golf zu graben, um die lange und gefährliche Umrundung des Peloponnes zu vermeiden. Nero hatte 67 n. Chr. erste Spatenstiche gesetzt, gab aber nach sechs Monaten auf. Irgendwie war ihm damals das Projekt eine Nummer zu groß.
So brauchten die Sklaven, welche kleinere Schiffe ab dem 6. Jht. v. Chr. über den Landweg schleppten, nicht um ihren Job zu fürchten. Über die Landenge war ein Weg aus Steinquardern mit Fahrrinnen und einer Breite von 1,5 m angelegt. Der sog. Diolkos (Schleppweg) blieb auf einem Stück von 500 m erhalten und kann bei Posidonia am Nordwestausgang des modernen Kanals besichtigt werden (Hinweisschild unmittelbar südlich der Ziehbrücke).

Gebaut wurde der Kanal von Korinth 1881 - 1893 von französischen und griechischen Ingenieuren und Bauarbeitern, und es scheint, als hätten die Konstrukteure Neros Pläne verwirklicht. Mit einer Länge von 6,3 km verbindet er die Häfen Lechaion und Kencherai und macht - so man will - den Peloponnes zur Insel.
Der Kanal ist an der Wasseroberfläche 24 m und am Kanalbett 21 m breit. Seine Tiefe beträgt 8 m. Die seitlichen Felswände steiben bis zu 76 m hoch an.

Fünf Brücken überspannen ihn: eine für Abwässer, eine neue Eisenbahnbrücke, die alte Straßenbrücke, die neue Autobahnbrücke und die Brücke von Isthmia, die in den Kanal versenkt wird, wenn ein Schiff durchfahren will.

Es werden nur Schiffe bis zu 10.000 t zur Durchfahrt zugelassen. Sie müssen draußen hinter den Wellenbrechern warten, nehmen über Funk Verbindung mit dem Kontrollturm auf, fordern einen Lotsen und ein Schleppschiff an und warten, bis sie durch den Kanal begracht werden. Kleinere Yachten bis zu 25 m fahren gleich zum Kai vor dem Kontrollturm, um die Gebühr zu bezahlen und den Papierkram abzuwickeln.

Die Brücke von Isthmia - Isthmia Bridge

Es ist schon einen Kaffee (2,50 Euro) in einer der drei kleinen Restaurants wert, einen Logenplatz einzunehmen und dem Betrieb der Brücke eine Weile zuzusehen.

Am Ende des Kanals in unmittelbarer Nähe der Brücke, befindet sich die Anlegestelle jenes Schiffes, mit dem man eine Kanal-Besichtigungstour unternehmen kann.

Hat man nicht das Glück, einen großen Kreuzer passieren zu sehen, so hat man immerhin die Chance zu beobachten, wie die Brücke funktioniert, wenn das Boot mit den Kanal-Touristen vorbeischippert.

Zuerst senken sich die Schranken, um Autofahrer und Einspurige davon abzuhalten, die Brücke weiter zu benutzen, dann starten die Motoren, um die vier Seilwinden in Gang zu setzen, die die Metallkonstruktion mit den dicken, genieteten Bodenbrettern ins Meer versenken. Bald ist nichts mehr von der Brücke zu sehen, doch die Maschinen arbeiten weiter, denn sie muss ca. 8 Meter unter die Wasseroberfläche gebracht werden.

Ist das geschehen, bekommt das herannahende Schiff weißes Licht und zieht fast greifbar an den staunenden Kaffeetrinkern vorbei.

Ist die Brücke wieder oben, sammelt der Brückenwärter schnell ein, was sich beim Hochfahren zwischen den Bolen verfangen hat und gibt sie für den Straßenverkehr bis 3,5 t frei.
Als Fußgeher kann man die "mittlere Spur" benutzen, um ein gutes Foto vom Kanal und seinen Brücken zu schießen.



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