GITHIO - OLYMPIA (3. 6. 2004)

238 km liegen vor uns, doch das wissen wir am Morgen noch nicht genau, denn die Angaben unserer Karten schwanken zwischen 218 und 278 km.

In Githio lässt der von Zweigen völlig überwachsene Wegweiser nur erahnen, dass man an der Straße entlang des Hafens links abbiegen muss, um nach Sparta zu gelangen. Zuerst verläuft das Asphaltband recht kurvig, später verliert es sich in einer langen Geraden etwas entfernt am Pindos-Gebirgszug vorbei, den wir aus den Augenwinkeln beobachten. Ursprünglich wollten wir uns den Pass zwischen Sparta und Kalamata unter die Reifen nehmen, doch dicke graue Wolken über den Gipfeln bestärken uns in unserem Entschluss, eine andere Route zu wählen.

Im ampellosen Sparta überfällt uns der Stoßverkehr: Stau auf der Hauptstraße, der sich am Ortsende in Nichts auflöst. Etwas ruhiger geht es nach einem Tankstopp außerhalb der Stadt (da ist der Sprit billiger) über eine kurvige Bundesstraße Richtung Tripoli weiter. Bald verbreitert sich die Fahrbahn und wir kommen zügig voran. Da und dort gibt es direkt an der Straße ansehnliche Lokale und Tankstellen.

In Tripoli biegen wir gleich nach dem Bahnübergang links ab und folgen an der nächsten großen Kreuzung den Schildern "Kalamata", wieder nach links. Nach dem Ortsende verliert sich die Straße in Kurven. Tankstellen und Gaststätten zum Pausieren sind echte Raritäten. Ein letzter Hügel noch, dann gibt das Gebirge den Blick auf Megalopoli und sein Kraftwerk frei. Über einige Serpentinen, deren schwarze Ablagerungen auf der Betondecke wir nicht deuten können (Öl? Gummi?), geht es hinab in die Stadt.

Endlich wieder massenhaft Tavernen und Bars, die zum Verweilen einladen, doch wir finden keinen Parkplatz, der groß genug wäre, zwei Motorräder UND einen PKW aufzunehmen. So biegen wir am Hauptplatz rechts nach "Karitana" ab, in der Hoffnung, außerhalb des Ortes etwas Passendes zu finden. Auf der Straße, die von Megalopoli wegführt, hat man noch einmal eine gute Sicht auf das Kraftwerk.

Unsere Hoffnung auf ein gutes Mittagessen wird vorerst enttäuscht. Die gut asphaltierte, kurvige Straße, an der es anfangs noch Schotterplätze zum Pausieren gibt, windet sich traumhaft schön durch die gebirgige Landschaft. Wir merken, dass wir höher kommen, denn es wird kühler.

Laut Karte müssen wir VOR dem Ort Katirena links abbiegen und dürfen auf keinen Fall in den Ort hinein. Wir befürchten, die Kreuzung zu verpassen - doch sie ist unübersehbar! Sie ist so groß, dass zwei Fußballfelder bequem darauf Platz hätten, kommt es uns vor. Hier gibt es auch eine große Tankstelle - die letzte auf den nächsten 60 Kilometern.

Die Kurven auf gut ausgebauten Straßen scheinen an diesem Tag kein Ende nehmen zu wollen. Nach Karitena sind wir fast alleine auf der Strecke unterwegs. Wenn uns zehn Fahrzeuge bis Andritsena entgegengekommen sind, waren es viele!

Am Ortsbeginn von Andritsena hat die Förderung des griechischen Straßenbaues ein jähes Ende. Durch den Ort, dessen Häuser wie Schwalbennester am Berghang kleben, führt nur eine einspurige Straße, und diese ist so desolat, dass oft nur eine halbe Spur befahrbar ist. Begegnen einander zwei Fahrzeuge, wird in aller Ruhe so lange verschoben, bis sie aneinander vorbei sind.

Am Ortsende nach Pygros zu, wo sich nach links die Abzweigung zum Apollo-Tempel befindet, wurde eine große Fläche gebaut, wo das Abstellen von Fahrzeugen problemlos möglich ist. Wir machen das, gehen zu Fuß in den Ort zurück und essen recht preisgünstig in einer der Tavernen.

Nach Andritsena hat das Kurverln in der Ideallinie ein jähes Ende (wobei sich "Ende" auf "Ideallinie" bezieht und nicht auf "Kurven"). Grundsätzlich wäre die Gebirgsstrecke recht schön, wären da nicht unzählige Asphaltabsenkungen, nach außen hängende Kurven, viele Schlaglöcher und manchmal der verzweifelte Versuch, die Schäden in Ordnung zu bringen, indem man die desolate Asphaltdecke ohne Vorwarnung auf ein paar Meter einfach entfernt.
Hier ist es eng und die Fahrt ungemütlich. Zur beginnenden Müdligkeit wird es nun auch wieder wärmer, denn wir verlassen die kühl-schattigen Berge. Vegetation und Streckenführung erinnern stark an eine Tour durch einen niederösterreichischen Nadelwald.

Bald zeigt sich auch wieder Zivilisation in Form von kleinen Ortschaften, in denen kleine Lokale Speis und Trank anbieten und der Tank befüllt werden kann.

Die Landschaft verändert sich schlagartig nach Krestena. Nun befinden wir uns im Tal des Flusses Alfios. Seine Ufer werden von riesigen Schilfgewächsen und niedrigem Buschwerk gesäumt.

Zuerst kämpfen wir uns durch Krestena durch, wo es bereits eine Zufahrt zum Camping Diana geben sollte, die wir jedoch nicht entdecken. So folgen wir dem Hinweis eines Busfahrers, der mit seinem Gefährt mitten auf der Kreuzung anhält, um uns weiterzuhelfen, sowie den manchmal schon sehr verwitterten und kleinen Wegweisern nach Olympia.

Nach der großen Brücke über den Alfios entdecken wir bald nach Flokos den ersten Hinweis auf den Platz, dann den zweiten und dann den Campingplatz selbst. Der Ortskern von Olympia ist nun nur noch 100 m von uns entfernt.

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