Straßen, Verkehr, Gesetzliches und Wetter


Kommt man nach Griechenland, sollte man sich gleich zu Beginn eine aktuelle (!!!) Straßenkarte jenes Gebietes besorgen, das man befahren will.
Wir besorgen uns die "Road-Editions" Nr. 3 und 4, um 7,50 Euro etwas teurer als andere Karten, dafür auch recht genau. Road Editions ist ein in Athen ansäßiger Verlag, der in Zusammenarbeit mit dem griechischen militärgeographischen Institut die Karten erstellt. Sie verwenden Schattierungen und Höhenangaben, um die verschiedenen Höhenstufen zu kennzeichnen. Es wird zwischen Schnellstraßen, Autobahnen, asphaltierte Haupt- bzw. Nebenstraßen und Nebenstraßen unterschieden. Weiters sind Strände, Kirchen, Kapellen, Burgen, Festungen, Leuchttürme, archäologische Stätten, ja sogar Weinberge im Gelände sind eingezeichnet. Camper wird auch interessieren, wo es Campingplätze gibt - die sind auch vermerkt (leider nicht die Öffnungszeiten). Orte sind zweisprachig (griechisch / englisch) eingetragen, die Legende ist viersprachig (gr / en / dt / it).

Die Griechen überholen Einspurige in geringem Abstand, schneiden aber nicht. Oft hupen sie, um freundlich auf sich aufmerksam zu machen. Sie lassen sich beim Abbiegen Zeit und warten meist brav, bis man vorbei ist.

Fährt man hinter einem anderen Fahrzeug (oder als MR-Fahrer in einer Gruppe) sollte man viel mehr Abstand halten als in österreichischen oder deutschen Breiten. Plötzliche Bremsmanöver könnten auf den rutschigen Straßen sonst schnell ins Auge gehen.

An der Kreuzung der Straße nach Parga mit der E55: Einige Ziegen weiden die Verkehrsinsel ab und lassen sich nicht einmal durch den LKW stören.

Geschwindigkeitsbegrenzungen, doppelte Sperrlinien und Stop-Schilder sind reine Empfehlungen, solange kein Polizist in der Nähe ist.Die Ankündigungen von Radarüberwachungen sind jedoch kein Gag. Auch bis Griechenland ist dieses lästige Gerät schon vorgedrungen und wird auch tatsächlich eingesetzt.

Permanentes Schielen ist an der Tagesordnung - einmal auf die Fahrbahn, ihre Rillen, Steinschlaglöcher und Bodenwellen sowie die abbröckelnden, hängenden Bankette - andererseits auf die Büsche und Wiesen am Fahrbahnrand, wo immer wieder unbeaufsichtigte Ziegen und wilde Hunde auftauchen, die auch gerne die Fahrbahn überqueren. Daß sie es nicht immer lebend schaffen, sieht man an den vielen Tierkadavern, die in der Sonne verwesen.

Auch die Landschildkröte (in Epirus gibt es etliche davon frei lebend), die wir in Parga eines Morgens entdeckten, hat es nicht auf die andere Straßenseite geschafft, ebenso wie der hübsche Fuchs und die zahllosen Katzen auf der E55.


Ein junger, vorher lange Zeit in Deutschland lebender Grieche mit einer hübschen Suzuki erzählte uns, daß er 8 Monate brauchte, um sich auf die rutschigen Fahrbahnen in Griechenland einzustellen. Ein anderer empfahl uns, bei beginnendem Regen besser stehenzubleiben, in Ruhe einen Kaffee zu trinken und den ersten Guß abzuwarten - dann wären die Straßen am gefährlichsten.

Nachdem Rudi die TZR repariert hatte, hatten wir vor, von Parga nach Ioannina über die kleinen Straßen durch's Gebirge zu fahren - wovon uns jedoch die Einheimischen abrieten. Für Tourenmaschinen wären die Straßen zu schlecht. Enduristen haben wahrscheinlich ihre Freude daran.

Nach griechischer Arbeitsweise werden Straßen generalsaniert, indem man auf den alten Asphalt eine neue Asphaltschicht aufträgt und die Kante - so gewissenhaft gearbeitet wird - abschrägt. Dadurch entstehen am Fahrbahnrand "Treppen", die, kommt man zu weit nach rechts, einem Fahrzeug, besonders bei schlechten Sichtverhältnissen, gefährlich werden können.


Überholen in Griechenland

Die Griechen haben die Angewohnheit, die Breite einer Straße anders zu berechnen als wir. Sprich: 2 Fahrstreifen + ein Pannenstreifen auf jeder Seite (der hier dazu benutzt wird, auszuweichen, wenn einer überholen will) = genügend Platz für alle möglichen (und für unsere Begriffe unmöglichen) Verkehrssituationen.

Genauer: Wenn ein zu überholendes Fahrzeug auf den Pannenstreifen ausweicht, kann das überholende Fahrzeug mit leichtem Überragen der doppelten Sperrlinie überholen, denn es wird angenommen, dass das entgegenkommende Fahrzeug ebenfalls leicht auf den Pannenstreifen weicht. So können auch LKWs überholen oder überholt werden.

Die Motorradfahrer machen es wieder anders .... ein Motorradfahrer passt auf alle Fälle an der den heimatlichen Gefilden zustrebenden Kolonne vorbei. Also Gas und ab, an der Blechschlange entlang.

Das heißt: Nicht nur auf die aufpassen, die einen überholen (immer schön auf den Pannenstreifen ausweichen), sondern auch auf die Entgegenkommenden, die ausbrechen, achten (- dann selbst auf den Pannenstreifen gehen - der Entgegenkommende erwartet das!). Manchmal kommt einem ein Fahrzeug mit 100 km/h auf der eigenen Spur entgegen, aber die Griechen können ziemlich gut abchecken, ob es sich ausgeht und wenn sie einmal überholen, treten sie fest auf den Stempel. Sollte es sich einmal nicht ausgehen, dann drängeln sie sich in ihre eigene Kolonne zurück, wo ihnen auch schnell Platz gemacht wird.

Immer bedenken: Dieses System klappt, wenn es sich um Griechen handelt, die die Fahrzeuge steuern, und nicht um einen Touristen in einem Leihwagen oder seinem eigenen Fahrzeug. Manche sind neu in Griechenland, durchschauen das System noch nicht … oder wollen es nicht durchschauen.


Neuheiten 2006

Während man um die Jahrtausendwende in Griechenland noch viele sehr alte Fahrzeuge sah, hat die EU mit ihrer europaweiten Abgasrichtlinie hier eine Wende eingeleitet. In vielen TV-Spots wurden und werden dem Griechen neue, hoch-PS-ige PKWs schmackhaft gemacht und die Einfuhr von Fahrzeugen, die älter als 5 Jahre sind, wird mit höherem Zoll belegt als bei neueren Fahrzeugen.

Auf Evia sprang uns die Veränderung besonders gravierend ins Auge. Wir sahen nicht nur viele Neuwagen, sondern auch schön getunte PKWs, die die Griechen auch gerne und sehr schnell über die Straßen bewegen. Auch das Motorrad tritt verstärkt im euböischen Straßenbild auf: starke sportliche Maschinen, der Fahrer auch Helm und Leder-Racingjackerl tragen. Auf den Bundesstraßen fahren sie dann die PS lautstark ans Limit - nicht nur alleine, sondern auch in der Gruppe mit anderen sportlichen Motorradfahrern.

Hört man hinter sich Motorenlärm, empfiehlt es sich, etwas nach rechts (wenn vorhanden auf den Pannenstreifen) zu fahren - so dazu noch Zeit bliebt.


   Gesetzliches und andere Infos


Personaldokumente:
Reisepass (auch bis zu 5 Jahren abgelaufen) oder gültiger Personalausweis.

Kraftfahrzeugdokumente:
Führerschein, Zulassungsschein.
Vollmacht, falls nicht mit dem eigenen Fahrzeug gefahren wird.

Versicherungen:
"Grüne Versicherungskarte" empfohlen, sie erleichtert im Schadensfall die Abwicklung.
Der Urlaubskrankenschein muß im Krankheitsfall von einer örtlichen Kasse in Griechenland umgeschrieben werden.
Da Schadensabwicklungen mit griechischen Versicherungen meistens langwierig verlaufen, empfiehlt sich der Abschluß einer kurzzeitigen Vollkaskoversicherung für die Dauer der Reise.

Geld:
Auch in Griechenland wird der Euro eingeführt. Gr. Drachmen können noch bis März 2002 als Zahlungsmittel verwendet bzw. bei Banken gewechselt werden.

Verkehrsbestimmungen:
Gurtanlege- bzw. Sturzhelmpflicht (man glaubt es kaum!). Kein Helm kostet seit Mitte September 2002 300,- Euro!!!
Telefonieren am Steuer ist ohne Freisprechanlage verboten.
Kinder bis 10 Jahre müssen auf dem Rücksitz befördert werden.
Gelbe Linien an den Straßenrändern sowie das Schild "Vorrangstraße" bedeuten Parkverbot.
Privates Abschleppen ist verboten!
Alkohol am Steuer: Seit Mitte September 2002 ist die Exekutive dazu angehalten, bei Alko-Lenkern sofort den Führerschein und das Fahrzeug einzuziehen.

Höchstgeschwindigkeiten:

Ortsgebiet: Motorräder, PKW mit und ohne Anhänger, Wohnmobil: 50 km/h - alles andere 40 km/h.

Kraftfahrzeug Land-/Schnellstraße in km/h Autobahn in km/h
Motorrad 70 90
PKW 90/110 120
PKW mit Anhänger 80 80
LKW bis 3,5 t 80 90
LKW über 3,5 t 80 80
Autobus 70 70


Einfuhrbestimmungen:

Bei Reisen innerhalb der EU bestehen keine Zollgrenzen mehr. Es werden an diesen Grenzen auch keine Zollkontrollen mehr durchgeführt. Somit können Waren für den persönlichen Gebrauch, die in einem EU-Land mit allen Abgaben gekauft wurden, ohne Beschränkungen mitgenommen werden.

Die Ausfuhr von antiken Gegenständen (gekauft oder gefunden) ist verboten.

Bei der Rückreise aus Griechenland darf man zollfrei nach Österreich einführen:

Im direkten Flugverkehr oder bei der Rückreise über Italien gelten die Bestimmungen "innerhalb der EU".

Auf dem Landweg bei Einreise aus Ungarn oder Slowenien:
Für in GR gekaufte Waren muß der Nachweis ihrer EU-Herkunft erbracht werden (Kaufbeleg aufheben!), ansonsten gelten die Höchstgrenzen von:
Tabakwaren: 25 Zigaretten oder 10 Zigarillos oder 5 Zigarren oder 25 Gramm Tabak.
Alkoholische Getränke: Entweder 1 Liter mit mehr als 22 % vol. oder 2 Liter bis max. 22 % vol. Alkohol.
Wein: 2 Liter
Parfum: 50 Gramm, Toilettewasser: 0,25 Liter.
Andere Waren: bis max. ATS 1.400,- / Euro 100,-.

(Quelle: Touring Griechenland 2001, ÖAMTC-Folder)

Benzin:


Bleifreies Superbenzin (95 Oktan) ist flächendeckend vorhanden. Nach unseren Erfahrungen ist auch Oktanpusher erhältlich. Von verschiedenen Bikern wurde uns geraten, der sowohl Qualität des griechischen Benzins als auch des Oktanpushers nicht sehr zu vertrauen - ev. Benzinfilter einbauen, dieser ist an den Tankstellen in verschiedenen Modellen erhältlich.


   Wetter

Durchschnittliche Sonnenstunden pro Tag in Parga

Durchschnittliche Sonnenstunden pro Tag in Parga

Durchschnittliche Meeres- und Lufttemperatur in Parga

Durchschnittliche Meeres- und Lufttemperatur in Parga

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