Delfi - Nafpaktos



Campingplatz PlatanitisÜber Itea und vorbei an seinen roten Bergen (Bauxitabbau) machen wir uns auf die schon bekannte Strecke zurück nach Nafpaktos. Einige Kilometer außerhalb der Stadt liegt der Campingplatz Platanitis, dessen großes, fahnengeschmücktes Tor geöffnet ist. "Coming back in 15 Minutes", steht an der Rezeption. So haben wir Zeit, ein Auge über den Platz zu werfen. Die WC-Anlagen sind sehr schön und bieten auch Waschbecken für Kinder.

Das komplett ebene Areal ist von asphaltierten Wegen durchzogen. Viele schattenspendende Bäume begrenzen die einzelnen Stellplätze. Platanitis-Camping liegt direkt am Meer und bietet seinen Gästen einen eigenen grobsteinigen Strandabschnitt, der, damit keiner von dort zu den Stellplätzen gelangen kann, durch einen in der Nacht geschlossenen Zaun abgetrennt ist.

Blick hinüber nach Patras und den Brückenbau. Man kann bis hinüber nach Patras sehen, wo über die Meeresenge gerade eine große Brücke gebaut wird. Sie wird 2,5 km lang sein und damit die zweitlängste Brücke Europas. 2004 soll sie fertig sein.

Die Ruhe der Nachsaison auskostend, tummeln sich bei unserer Ankunft riesige Spatzenschwärme in den Baumkronen und machen einen Höllenlärm - glücklicher Weise nicht in der Nacht.

Eine junge Frau kommt des Wegs und erkundigt sich, ob wir schon lage gewartet haben. Sie führt gemeinsam mit ihrer Freundin den Platz, beide stammen aus Australien, beide haben griechische Eltern.
Platanitis-AufkleberDa der Campingplatzbetrieb wegen der Nachsaison nicht mehr voll läuft (sie schließen am 15. September), reduziert die hübsche Rezeptionistin den normalen Preis von über 20,- Euro gleich auf gerade 18,-. Wir bekommen Aufkleber, die wir - zumindest für die Zeit unseres Aufenthaltes - auf die Motorräder kleben müssen, damit das Personal gleich erkennen kann, wer zu ihren Gästen gehört. Wir plazieren die gelben runden Stickers über den Scheinwerfern und nennen unsere Motorräder von da an "Gelbnasen".

Während wir unser Zelt aufstellen, ruft uns jemand ein fröhliches "Servus" zu - es sind zwei Biker, die wir bereits in Parga kennengelernt haben und die hier ebenfalls campieren.

Internet-Café in NafpaktosNachdem wir unsere Betten im Zelt gebaut haben, schwingen wir uns in die Sättel, um in Nafpaktos das Internet-Café zu suchen.
steht auf dem Zettel, den uns das Mädel an der Rezeption gab.
Nach einigem Suchen und Fragen haben wir es gefunden. Eine halbe Stunde kostet 2,- Euro, es stehen zwei PCs zur Verfügung und die Verbindung ist schnell.

Da sich bereits wieder schwarze Wolken zusammenbrauen, beschließen wir, nicht lange die Preise der Lokale zu vergleichen und fallen in ein mit dunklem Holz ausgestattetes Lokal am Hauptplatz. Der Wirt hat keine Speisekarte. Er führt uns zum großen Grill und zeigt uns die Spieße, auf denen allerhand brutzelt, und weiter an die Theke, wo in großen Schalen sehr fett aussehende Fleischstücke im eigenen Saft liegen.

Wir entscheiden uns für einen der Spieße, der sich als Lammfleischkreation entpuppt. Watschen und Geschmäcker ... diesmal umgekehrt. Rudi schmeckt es, Tjaky hält sich eher an den Bauernsalat, die Pommes bleiben zurück - sie schwimmen im Fett!!! Da wir uns jedoch stark an das traumhaft gute Sesambrot halten, bleiben wir von Montezumas Rache verschont.

Nafpaktos

Im Zentrum von Nafpaktos geht es hektisch und verkehrsreich zu. Die Abgase liegen schwer in der Luft.

Nafpaktos SkizzeNafpaktos - vom Schwerverkehr belastet

Am besten, man biegt (von Westen kommend) beim blinkenden Pfeil am Hauptplatz gleich noch einmal rechts in das unscheinbare Gasserl ein, dann gelangt man zum YANH-Beach, wo genügend Parkplätze und ruhig gelegene Lokale zu finden sind.

Hafenfestung in NafpaktosAlte Burgruine in Nafpaktos. Unten im Hafen steht Rudi bei den Motorrädern!

Die Venezianer nannten das Städtchen einst Lepanto. Das enge Hafenbecken mit den venezianischen Festungsmauern sollte gegen Angreifer schützen. Hier schloss sich 1571 eine türkische Flotte, bestehend aus Spaniern, Venezianern, Genuesen und Maltesern, zusammen, die bei den Oxià-Inseln vor der Mündung des Achelóos auf einen starken Verband der Heiligen Liga traf. Die Christen gewannen zum ersten Mal eine Seeschlacht gegen das Osmanische Reich.

Cervantes-Statue im Hafenbecken.Der spanische Dichter Cervates wurde in dieser Schlacht an der linken Hand verstümmelt ... zum Gedenken daran findet man seine Statue im Hafenbecken.
Ach ja, eine Burg am Berg oben gibt es auch noch - aber den "Spaziergang" dort hinauf haben wir uns erspart!

Als wir uns im Supermarkt noch ein paar Sachen besorgen, verstärkt sich das abendliche Grummeln am Himmel. Den Campingplatz erreichen wir noch mit trockenen Reifen - aber bald bricht die Flut vom Himmel.

Wir sitzen mit den beiden deutschen Bikern trocken unter dem Vordach der Campingbar, und, wenn sie nicht bei uns sitzt, sieht das Mädel von der Rezeption von Zeit zu Zeit bei uns vorbei, um uns zukommen zu lassen, wonach der Gaumen an Getränken und Leckereien begehrt. Als sie (wohl gegen Mitternacht) schließen muß, kassiert sie, dreht das Licht unterm schützenden Regendach aber nicht ganz ab und stellt uns das "Restchen" in der Weinflasche samt ein paar Keks auf den Tisch, damit uns der Mund bei der Benzinplauderei nicht trocken würde. -
Platanitis-Camping und "Gelbnasen".Und das alles, wo doch der Platz bereits so gut wie geschlossen war!

Und wieder planen wir an diesem Abend unsere Reisestrecke um: Ursprünglich wollten wir (über gelbe Straßen) von Nafpaktos aus gegen den Uhrzeiger um den Trichonida-See, dem größten natürlichen See Griechenlands, fahren. Wieder abgesagt wegen Regen - wir wählen die sichere aber langweiligere Strecke über Agrinio.

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