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BIKERSZENE ÖSTERREICH

MCs

Um diese Art Motorrad fahrender Vereinigungen ranken sich wohl die meisten Gerüchte und G'schichterln, in denen immer wieder von Alkohol, Gewaltbereitschaft, Gebietsansprüchen und auch vom berühmten "Bauchstich" die Rede ist, den "einer verpasst bekommt, wenn denen was nicht passt". Der nur oberflächlich oder gar nicht recherchierende Journalist assoziiert auch noch damit: "Hells Angels, Bandenkriminalität, Rauschgift, Waffen und Prostitution".

Der rollenden Woge mangelhafter Recherche ist kein Damm gesetzt. Immer wieder werden in den Berichten der Tageszeitungen über MCs Vorfälle in weit entfernten Ländern aus lang vergangener Zeit in die Gegenwart und in die lokale Berichterstattung mit eingestrickt. Manchmal schwappen die gefundenen Schlagworte auch gleich auf die gesamte Gruppe der Motorradfahrer über.
Alleine die Auswahl von Fotos zu Berichten zeugt davon, wie uninformiert so mancher Journalist ist, womit aber dem "Otto Normalbürger" ein falsches Bild der Motorradfahrer sowie der Szene vermittelt und weiter manifestiert wird.

Im Gegensatz dazu das Beispiel einer absurden Verniedlichung - das Foto mit den beiden im Wollwesterl steht im krassen Gegensatz zum Text:

"Trotz Regen fand die geplante Motorrad-Demo vom Praterstern durch Wien statt. Im Namen der 50.000 Wiener Motorradbesitzer kämpft die parteiunabhängige Plattform für eine Benützungserlaubnis der Busspuren für Motorräder und Wechselkennzeichen für Bike und Auto."

An jenem Tag hatte es 8° C bei strömendem Regen. In diesem "Aufzug" wären die beiden vom Foto am 12.10.2002 keinen Kilometer weit gefahren! Journalistische Miß-Recherche par excellence!

      

Zurück zu unseren MCs und den ihnen immer wieder zugeschobenen negativen Eigenschaften.
Grundsätzlich ist ein MC eine Vereinigung von Menschen mit gemeinsamen Interessen wie jede andere und genauso kriminell veranlagt wie der Kleingärtnerverein, der Schützenverein oder der Hundeabrichterverein.

Der Unterschied zu "anderen Motorrad fahrenden Gruppen" liegt in ihrer Lebensphilosophie, deren Wurzeln irgendwo in den 40er Jahren des vorigen Jahrhunderts in den USA liegen. Irgendwann in den 70er Jahren keimte auch in Österreich die Motorrad-Szene, weitaus anspruchsloser und weniger-kubikiger als heute. Der MC ist für das Mitglied eines der wichtigsten Dinge in seinem Leben, wenn nicht das Wichtigste. "Member" wird man nicht in ein paar Minuten oder indem man das Beitritts-Formular ausfüllt.

Was geht da hinter verschlossenen Türen ab?

Die Mitglieder "anderer Vereinigungen" treffen einander oft in Gaststätten und Besucher sind an ihren Clubabenden - auch wenn diese in einem Clubhaus stattfinden - meist gerne gesehen und willkommen. In die Clubhäuser mancher MCs sind nur an wenigen Tagen im Jahr "all Biker welcome". Das Clubhaus eines MCs ist kein Wirtshaus, wo jeder ein und ausgehen kann, sondern ein privater Bereich, den sich seine Mitglieder mit viel Mühe geschaffen haben und gemeinsam erhalten. Um Voranmeldung wird gebeten.

Nehmen wir sie als Vergleich, die fesche Nachbarin, die vor ein paar Tagen ins Haus eingezogen ist. Bei ihr kannst du auch nicht einfach in die Wohnung gehen und guten Tag sagen. Genau wie bei der Nachbarin stellt man sich einem MC erst einmal auf neutralem Boden vor - bei der Nachbarin empfiehlt sich das Stiegenhaus, bei einem MC ein Bikerfest. Wenn man einander des Öfteren begegnet ist, erfolgt irgendwann eine Einladung in die eigenen Räumlichkeiten - oder auch nicht. Wie bei der feschen Nachbarin.

Frauen können nicht Mitglied bei einem MC werden

Stimmt! Diese Tatsache assoziiert der Unwissende jedoch mit: "Frauen haben im Clubhaus nichts verloren, nur wenn ein Festl angesagt ist, dürfen sie Dienst schieben."
Das ist nicht wahr! Unseren Beobachtungen nach haben wir sehr wohl die Frauen und Freundinnen der Members in den Clubhäusern angetroffen. Sie waren keineswegs zur Putzarbeit verdonnert und aus der Männergemeinschaft ausgeschlossen, sondern saßen mitten in der Runde und plauderten mit.
Allerdings gibt es Abende, an denen die Männer lieber unter sich sind, speziell dann, wenn Club- oder Szene-Internes auf der Tagesordnung steht. Das müssen die weiblichen Wesen akzeptieren!

Ganz selten aber doch gibt es MCs, bei denen Frauen vollwertige Mitglieder werden können. Diese Frauen fahren selbst und haben dieselben Rechte und Pflichten wie jedes männliche Mitglied. Ihnen wird nichts geschenkt und sie müssen in jeder Situation "ihren Mann stehen". Viele MCs akzeptieren allerdings keine Frauen als MC-Member, was zur Folge hat, dass die MCs mit Frauen als Mitglied nicht überall gerne gesehen sind. Damit müssen sie leben.

Verwirrend? Nein. Dieses Beispiel zeigt am besten, wie unterschiedlich die (ungeschriebenen) Regeln der MCs regional oder ideell gehandhabt werden können. Manche akzeptieren die gesellschaftlichen Veränderungen unserer Zeit, andere halten an fest verwurzelten Traditionen fest.

MCs und ihr Revier

Die Heimat eines MCs endet nicht an der Grenze seines Clubareals, sondern geht noch ein gutes Stück darüber hinaus. Oft ist daher vom "Gebietsanspruch" die Rede.

Vergleichen wir es mit einem Kleingärtner, der im Kleingartenverein eine Parzelle belegt hat. Damit erfreut sich der Mann nicht nur, in seinem eigenen kleinen Reich in der Sonne liegen zu können, er hat sich damit auch eine Menge Arbeit aufgehalst. Es muss gepflanzt und gepflegt werden, er hilft den Bäumen gerade zu wachsen, bringt seine Rosen zum Blühen und sorgt dafür, dass seine Pflanzenpracht nicht von Schädlingen vernichtet oder vom Unkraut überwuchert wird.
Kümmert er sich nicht um seinen Garten, wird sich alsbald der Vorstand des Kleingartenvereins bei ihm einstellen und ihn zur Arbeit auffordern oder ihm nahe legen, seine verkommene Parzelle an jemanden anderen abzugeben.

Genauso verhält es sich beim MC. Wie beim Kleingärtner sind ihr Gebiet und ihre Arbeit darin nicht durch staatliche Gesetzgebung geregelt, sondern durch die Regeln der MC-Szene. Einen MC gründet "man" nicht einfach. Die Gruppe Biker, die den Status eines MCs anstreben, haben eine je nach Region unterschiedliche Probezeit zu absolvieren. Klar, dass sie dann, wenn sie - ev. nach mehreren Jahren - als MC anerkannt wurden und mit Stolz das dreiteilige Colour auf ihrem Rücken tragen, darauf achten, dass sich in ihrer Umgebung nicht ein Grüppchen Motorradfahrer einfach als MC bezeichnet, ohne den mühsamen Weg beschritten zu haben.

Zu den Aufgaben eines MCs gehört auch, guten Kontakt zur umliegenden nicht-Motorrad-fahrenden Bevölkerung aufzubauen und ihnen klarzumachen, dass "die Wülden mit ihrer Maschin" heutzutage nicht mehr "die Bösen" sind. Immerhin stammen 44 % der Motorradfahrer in Österreich aus der höchsten Einkommensklasse. Es ist also gut möglich, dass dein Hausarzt, ein Prominenter, der Direktor deiner Bank oder der Chef des Supermarktes Member eines MCs (oder eines Biker-Clubs) ist.

MCs sind anderen Motorradfahrern, die fortan unter gemeinsamen Namen und/oder Logo fahren wollen, gerne behilflich, ihre Fahrgemeinschaft szenekonform zu gründen.

MCs wissen gerne, wer sich gerade in ihrem Gebiet aufhält
(Gilt nicht für Freebiker!)

Es ist eine Tatsache unserer Gesellschaft - und das ist ganz generell gemeint - dass sich viele Menschen dort, wo sie nicht zu Hause sind, anders, oftmals zügelloser benehmen als in ihrer Heimat. Oft gehört: "Wir fahren gemeinsam auf Urlaub und dann lassen wir 14 Tage die Sau raus!" Manche Ferienorte (z.B. der berühmte Ballermann) haben sich auf solche "Säue" spezialisiert - manche Gebiete bevorzugen ruhigere Gäste. Ist die Sau - egal wo - erst einmal losgelassen, kann sie leicht ein ungewollt unkontrolliertes Eigenleben entwickeln, was oft ungute Folgen nach sich zieht.

Auch Kuttenträger sind nur Menschen und nicht vor der "wild gewordenen Sau" gefeit. Für die breite Bevölkerung waren es dann "die verrückten Biker mit dem Rückenabzeichen". - "Was für eines?" - Das kann später keiner mehr genau beschreiben. Die Exekutive klopft natürlich erst einmal bei den regional ansässigen "Abzeichen-auf-dem-Rücken-Trägern" an und verdächtigt diese. Klar, dass die lokalen MCs deshalb gerne wissen möchten, welche anderen mit bunten Bildern am Rücken in ihrem Gebiet unterwegs waren und sind und wer ihren mühsam aufgebauten guten Ruf mit Hilfe der "entkommenen Sau" zunichte gemacht hat.

Das "Anmelden" eines Aufenthaltes bei einem MC ist für MCs und andere Fahrgemeinschaften in Österreich kein Problem, ja sogar manche in der Szene gut bekannte Freebiker kündigen gerne ihren Aufenthalt beim "zuständigen" MC des Zielgebietes an. Mit einer herzlichen Einladung zum nächsten Clubabend ist zu rechnen. Je nach Möglichkeit und persönlicher Sympathie erweitert sich die Einladung im Clubhaus zu nächtigen oder bei der Quartiersuche behilflich zu sein bzw. eine gemeinsame Landschaftsbesichtigung auf Insiderstrecken zu unternehmen. Es ist wie bei einer großen Familie, in der sich alle gut verstehen und in der Gastfreundschaft groß geschrieben wird - nach den Berichten, die in der Tagespresse über MCs erscheinen, für einen Außenstehenden wohl unverständlich.

Sollte es dich interessieren, wer für welches Gebiet zuständig ist und hättest du gerne die Landkarte, auf der das eingezeichnet ist … die gibt es nicht!

Wenn's einmal kracht

Es wäre falsch, ein völlig rosarotes Bild der österreichischen MC-Szene zu malen. Natürlich gibt es auch Streitigkeiten in der großen Familie, wie es sie in jeder anderen Familie auch gibt. Sie arten in Österreich jedoch nicht in Bandenkriege aus, sondern werden hier an manchmal sehr kleinen, manchmal aber auch sehr großen runden Tischen zu lösen versucht. Hier wirken fallweise auch überregionale Dachorganisationen (wie z.B. ÖBU oder BNN) mit, bestrebt den Frieden unter Motorrad fahrenden Vereinigungen wieder herzustellen.
Oder: Man lässt die Sache auf sich beruhen, grummelt zwar darüber und geht sich künftig aus dem Weg.

MCs und ihre Zeitgenossen

Alleine die Tatsache das Mitglied eines MCs vor sich zu haben, scheint manche Menschen zu provozieren: in der virtuellen Welt genauso wie in der realen. Die Angriffe einiger Unverbesserlicher und Unbelehrbarer bleiben nie aus, wenn die Lebensphilosophie oder die Regeln der MCs zum Thema werden.
Dabei finden sich in der österreichischen MC-Szene einige, die sich der Aufklärungsarbeit widmen. Bei ihnen kann sich jeder Außenstehende - egal ob Motorradfahrer oder nicht - erkundigen, wenn er etwas wissen will und das auf ernsthafte, nicht provokante Art erfragt.

     

© Tatjana Suchovsky 2005

 
Die Idee
Peppis erstes Bikerfest
Von Bikern, Rockern und Motorradfahrern
Pepis Wochenenden

Ein Teil der (ungeschriebenen) Regeln

Motorrad fahrende Vereinigungen contra Freebiker

MCs (Motorcycle Clubs)

(Frau + Motorrad): Szene/Bundesland ≠ MC

Die Kutte
Bikerspiele
Von Bikerfesten und anderen Events
Terminkalender, Zeitschriften und Internet
Ein neuer Club entsteht




© Copyright by Tatjana Suchovsky & Rudi Benesch
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