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BIKERSZENE ÖSTERREICH

DIE KUTTE

Beispiel 1:
Motorradfahrer in Kutten-Besitzeuphorie besucht Online-Shop, klickt auf "Ledergilet" + Größe, ackert sich durch hunderte Sprüche- und Markenaufnäher, klickt da und dort, bis alsbald 20, 30 Aufnäher (von "Sumsen ist buper, schicken ist fön" bis "Kampftrinker Leistungsklasse" beisammen sind, schickt die Bestellung ab, wartet, bis das Paket eintrudelt, klebt die Aufnäher auf und fertig ist die Bikerkutte.

Beispiel 2:
Ein Motorradfahrer besucht einige Bikerfeste, ersteht dort - sofern sich nette Kontakte zu den Clubmitgliedern ergeben - ein Freundschaftspatch des gastgebenden Clubs, sammelt diese, trennt dann, wenn er den Haufen für würdig hält verarbeitet zu werden, aus einer Jeansjacke Ärmel und Kragen ab und näht die Aufnäher mit alsbald blutigen Fingerspitzen auf. Als Krönung bastelt er sich noch ein Namensschild und befestigt es mit zwei Schraubnieten. Und weil seine Freundin so gut sticken kann, bittet er sie, ein Bild seines Motorrades auf den Rückenteil zu zaubern, was sie auch gerne tut.

Zwei Extrembeispiele, die den tieferen Sinn einer Kutte verdeutlichen sollen:

Sie ist die Visitenkarte bzw. ein Spiegelbild ihres Trägers.

Stell dir vor, du begegnest den beiden Kuttenträgern aus den obigen Beispielen - über sie darfst du dir nun selbst ein Urteil bilden.

      

Wie viele dieser kleinen Aufnäher jemand auf seine Kutte draufmacht, bleibt ihm selbst überlassen. Die Anzahl ist nicht maßgeblich.
Oft findet man vorne, meist links, den Vor- oder Spitznamen, auf Stoff gestickt oder auf einem kleinen Metallschild.
Auf den Kutten von MC-Members finden sich oft gar keine Freundschaftspatches, sondern nur ihr Rückencolour und an der Vorderseite ev. der Name sowie die Funktion im MC.

Während im deutschsprachigen Raum die Kutte hauptsächlich mit Aufnähern geschmückt wird, sind im Rest der Welt Pins verbreitet. In Griechenland z.B. tragen lediglich die Member der acht MCs eine Lederweste mit einem einteiligen Rückencolour. Ein Jeansgilet mit bunten Patches darauf, ist dort völlig unbekannt.

Wenn die Kutte auch größtmöglichen Spielraum zur freien Entfaltung zulässt - auf unseren finden sich z.B. auch Aufnäher unserer liebsten Urlaubsorte in Griechenland, auf anderen sahen wir Air-Brush-Bilder, die den Spitznamen ihres Trägers symbolisieren; auch Aufnäher von Veranstaltungen oder Motorradfahrer-Vertretungen wie z.B. Toy Run oder Plattform Motorrad sind legitim; es steht jedem frei, ob das Gilet aus Jeansstoff oder Leder ist - ist eine wichtige Regel zu beachten:

Ein dreiteiliges Rückencolour ist den MCs vorbehalten!

Motorradfahrer ohne Clubzugehörigkeit, sog. "Freebiker", die ein solches nachahmen, indem sie oben den (käuflich erwerbbaren) Schriftzug "Freebiker" aufnähen, in der Mitte einen Riesenaufnäher (z.B. einen Tigerkopf, ein Adler oder ein Rinderschädel) und darunter eine Landesangabe (z.B. "Austria" oder "Germany") sind mancherorts absolut nicht gerne gesehen, ja sogar ausdrücklich unerwünscht.

Denn: Wozu braucht ein Freebiker ein dreiteiliges Colour, um sich als Freebiker zu deklarieren, wenn man jeden Freebiker gerade daran erkennen sollte, dass er kein dreiteiliges Colour am Rücken trägt?

Es ist schon eine merkwürdige Sache mit diesen derartig beschrifteten Freebikern, denn auf so manchem Bikerfest hatte man in den letzten Jahren den Eindruck, dass der "MC Freebiker Austria" mit 100 Mann geschlossen angereist wäre! (Dabei gibt es den gar nicht!)

"Nur der Gesetzgeber kann mir vorschreiben, was ich mir beim Motorradfahren anzuziehen habe und wenn ich nicht fahre, kann ich anziehen, was ich will", höre ich da einen protestieren.

In jeder Gesellschaft gibt es Bekleidungsvorschriften, die nicht vom Staat geregelt sind. Eine Bankangestellte wird nicht im bodenlangen, strassgeschmückten Abendkleid à la Kaiserin Sissi am Kassenschalter anzutreffen sein. Eine Anwaltssekretärin hat nicht im Bikini in der Kanzlei zu erscheinen. Der Pelzmantel ist im Freibad bei sommerlicher Hitze genauso wenig angebracht wie der Mechaniker-Overall im OP-Saal bei chirurgischen Eingriffen, wäre er auch noch so steril.

Wenn du eine Bank mit Sturmhaube betrittst, weil dir kalt ist, wirst du Probleme bekommen. Willst du auf der Rennstrecke eine Runde im Tourengewand oder im T-Shirt drehen, gibt es Probleme. Es kann auch zu Problemen kommen, wenn du mit dem Helm am Kopf an die Tankstellenkasse trittst oder mit der krachledernen kurzen Lederhose, die eigentlich ein tief traditionell verwurzeltes Bekleidungsstück Österreichs ist, vor Gericht erscheinst.

Genauso ist es in der Biker-Szene. Und wer so etwas Dreiteiliges am Rücken tragen darf, bestimmen eben die MCs.

Was wiederum aber alles nicht heißt, dass sich eine "andere Vereinigung", also z.B. eine MFG oder ein BSt einfach eben einen nur einteiligen großen Rückenaufnäher auf die Kutte heften kann. Hier gilt ebenfalls: mit benachbarten MCs sowie mit dem ÖBU-Landessprecher, ev. auch mit einer überregionalen Dachorganisation absprechen. Erst wenn dieser Parcours absolviert ist, darf das neue Patch samt Angabe, wo es getragen werden soll (z.B. Rücken, Ärmel, Kutte vorne, T-Shirt) einer Zeitschrift zur Veröffentlichung geschickt und zur Information an alle MCs, Clubs und Freebiker weitergegeben werden.

Will sich eine "andere Fahrgemeinschaft" diesen Aufwand ersparen, präsentiert man das Logo in einer Zeitschrift, trägt es als einteiliges Ärmelstück oder lässt sich T-Shirts mit dem Logo auf der Brust machen - allerdings erst, wenn über die Veröffentlichung in der Zeitschrift kein Einspruch gekommen ist!

"Warum bestimmen gerade die MCs?" höre ich eine bissige Stimme aus dem Hintergrund (nein, net der Peppi, der hört aufmerksam zu!). "Sind die MCs etwas Besseres? Und wie sieht das ‚Problem' dann aus? Eine auf's Maul und Bauchstich?"

MCs lösen Probleme genau wie andere - wie der Chef der Bank, der Rechtsanwalt, die Rennstreckenaufsicht oder die Polizei - durch Kommunikation.

Allerdings gibt es auch noch andere Möglichkeiten (hier frei erfunden, aber durchaus realitätsnahe) …

Stell dir vor, an einem brütend heißen Sommertag hat ein Motorradfahrer in einer einsamen Gegend eine Panne. Kein Handy mit, nichts zu trinken, weit und breit kein Haus. Er bräuchte nur eine Schraube oder ein Stück Draht, um wieder flott zu sein. Eine Gruppe Biker, die zufällig vorbeikommen, bemerken ihn, halten an und wollen helfen. Da sehen sie, dass der Liegengebliebene ein dreiteiliges Freebiker-Colour am Rücken trägt. Sie klären ihn auf, doch er meint nur: "Des is ma wurscht! Keiner schreibt mir vor, was ich mir auf den Rücken näh'! Ich brauch a Schraub'n oder an Draht!"
Die szeneorientierten Biker, von denen jeder das Benötigte dabei hat, zucken mit den Schultern, schwingen sich in die Sättel und fahren weiter.

Oder:

Die (ebenfalls frei erfundene) MFG Freebiker, die sich standhaft weigert, ihren dreiteiligen Rückenaufnäher aufzugeben, veranstaltet ihr erstes Fest. Sie organisieren, plakatieren, inserieren und investieren (letzteres besonders intensiv). Dann ist Termin - und keiner kommt hin. Außer massig Spesen absolut nix gewesen.
Auch übersehen zu werden, kann weh tun!

Und der Peppi hat da auch noch eine Erfahrung mit der Kutte gemacht …

Nach seinem ersten Bikerfest sitzt er, der Peppi, zu Hause und betrachtet gedankenverloren den Aufnäher, den er dort erstanden hat. "So ein Westerl wär' schon klass!" überlegt er. In seinem Kleiderschrank hängt ein Jeans-Gilet. Er hat es seit Jahren nicht getragen. "Leder wäre zwar schöner", überlegt der Peppi, "aber auf Stoff kann man die Aufnäher leichter umnähen, wenn's notwendig werden sollte."
Im Bikershop kauft er sich einen Aufnäher mit einem coolen Spruch, einen mit der Marke seines Motorrades und einen in den Farben der österreichischen Flagge, sonst schaut's gar so leer aus. Und Nieten! "Nieten kommen immer gut", findet der Peppi und besorgt gleich einen ganzen Haufen, dazu vier nette Metallstücke für vorne, da hängen kleine Federn runter, und zwei große Pins. Schließlich holt er sich noch ein paar verchromte Ketten. Und dann bastelt er alles zusammen.

Stolz zieht er das gute Stück am nächsten Wochenende über und schwingt sich in den Sattel. Doch bald bemerkt er, dass mit dem Radl etwas nicht stimmt. Da scheppert etwas! Er hält an, lässt den Motor laufen und lauscht. Nix! Weg ist das Geräusch!
Das geht noch ein paar Mal so. "Verdammte Sch….", flucht Peppi beim vierten Stopp, "muss ich am Montag in die Werkstatt!", wendet und fährt sicherheitshalber Richtung Heimat.

Allerdings bleibt ihm der Weg zum Mechaniker erspart. Kurz vor der Haustüre entdeckt er die Ursache des Schepperns: das metallische Federn-Klimbim auf der Kutte ist's!

Irgendwann nach vielen Monaten merkt Peppi, der nicht gerade ein Herkules ist, dass seine Kutte durch die vielen Patches, die er darauf gesammelt hat, ganz schön schwer geworden ist. Zuerst fallen die Ketten, dann die Klemmnieten. Mit den stärkeren, die er durch den Stoff geschlagen hat, muss er weiter leben, denn wenn er sie demontiert, würden hässliche große Löcher zurückbleiben.

     

© Tatjana Suchovsky 2005

 
Die Idee
Peppis erstes Bikerfest
Von Bikern, Rockern und Motorradfahrern
Pepis Wochenenden

Ein Teil der (ungeschriebenen) Regeln

Motorrad fahrende Vereinigungen contra Freebiker

MCs (Motorcycle Clubs)

(Frau + Motorrad): Szene/Bundesland ≠ MC

Die Kutte
Bikerspiele
Von Bikerfesten und anderen Events
Terminkalender, Zeitschriften und Internet
Ein neuer Club entsteht




© Copyright by Tatjana Suchovsky & Rudi Benesch
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