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EVENTS - BERICHTE

Eine Karawane der Hilfsbereitschaft auf dem Weg zu Dracula
7. 9. - 12. 9. 2005

Ganz Wien schläft. Ganz Wien? Nein, Mehrere Lichtpunkte bewegen sich durch die Dunkelheit des beginnenden Tages. Wie Motten, die einer Lichtquelle zustreben, bewegen sie sich alle zu einer Tankstelle am südlichen Stadtrand Wiens. Die Gruppe, die dort entsteht, erinnert an eine orientalische Karawane. Die Motorräder sind schwer beladen und die Bei/Fahrer/Innen teilweise vermummt, um der morgendlichen Kälte dieses 7. September 2005 zu trotzen.

Die Fahrzeuge sind bunt gemischt und jede Motorradgattung ist vertreten, vom "Stoppelhopser" bis zum "fahrenden Wohnzimmer". Bei der Verteilung und dem Aufkleben der Vignetten wird klar, dass es weiter weg gehen muss, den es handelt sich um ungarische Autobahnvignetten, die hier Verwendung finden. Knapp nach 4 Uhr Morgens, also eigentlich noch mitten in der Nacht, macht sich die "Karawane" auf den Weg. Da mittlerweile einige der Bei/Fahrer/Innen charakteristische gelbe Warnjacken tragen, liegt die Vermutung nahe, dass es sich um einen Ausflug der TOY-RUN-Crew handeln könnte.

Doch wohin geht die Reise? Bisher waren die "Gelbjacken" doch nur in Österreich unterwegs, um Kinder zu beschenken. Einer muss es genau wissen, denn er fährt vorne weg und das ist der Autor dieser Geschichte. Das Licht von 35 Scheinwerfern durchschneidet die Finsternis, als sich die Kolonne auf der Autobahn Richtung Osten bewegt. Auf der Autobahn? Welcher Motorradfahrer fährt freiwillig auf der Autobahn? Einer, der weiß, dass jede Minute zählt, weil die Strecke lang ist. Diese Strecke ist wirklich lang, denn der Konvoi will heute noch das 800 km entfernte Sibiu im Herzen Transsilvaniens erreichen. Kein leichtes Unterfangen mit einer so großen Gruppe, noch dazu, wo die Teilnehmer bunt zusammengewürfelt sind und nur zu ca. 50% durch "Gelbjacken" gestellt werden.

Bei Nickelsdorf erfolgt der erste technische Halt. Der morgendliche Kaffee verlässt die Körper und wer noch keinen "A-Aufkleber" hat, besorgt ihn hier. Rasch wird aber wieder Fahrt aufgenommen und die ungarische Tiefebene durcheilt. Ohne Zwischenfälle wird der erste Tankstopp nach ca. 190 km absolviert und manch einer ist überrascht, wie wenig sein Motorrad bei Tempo 110 verbraucht. Es ist keine Zeit lange zu verweilen und die Gruppe fährt der aufgehenden Sonne entgegen. Schals werden durch Sonnenbrillen ersetzt und das Wetter zeigt sich ebenso strahlend, wie die Mienen der Teilnehmer der Fahrt.

Nach einem weiteren Tankstopp trifft die Gruppe an der ungarisch/rumänischen Grenze auf weitere Biker/Innen, die schon am Vortag losgefahren sind und so wächst die Zahl der Fahrzeuge auf 45 an. Bei weiterhin strahlendem Sonnenschein werden die Kilometer "gefressen", als gäbe es kein Morgen. Die Gruppe ist homogen, auch, wenn man einander teilweise erst seit ein paar Stunden kennt. Das Mittagessen wird bei einer bekannten Fastfood-Kette eingenommen (man traut dem fremdländischen Angebot eben noch nicht so ganz) und in der Abenddämmerung wird die Ortschaft Christian erreicht, wo uns eine Abordnung der Crazy Biker aus Sibiu und Bärbel Schöffnagel, der österreichische Sozialattachee an der Botschaft in Bukarest, selbst begeisterte Motorradfahrerin und treue Teilnehmerin der TOY-RUN, empfangen.

Trotz der langen Fahrt (14 Stunden Reisezeit) sind alle noch frisch und guter Dinge. Na, ja, nicht ganz alle, denn das erste Hoppala passiert: Einer fällt, fast im Stand mit dem Motorrad um und seine Beifahrerin stürzt so unglücklich, dass am nächsten Tag ein Ellenbogenbruch diagnostiziert und ein Gips angelegt wird. Die Gruppe wird ins Zentrum von Hermannstadt geführt, die Motorräder werden im Innenhof des historischen Museums der Stadt geparkt, das Abendessen wird eingenommen, die Zimmer werden bezogen und Benzingespräche füllen den Abend und teilweise die Nacht aus.

Am 8.9. um 9 Uhr Morgens wird jener Teil der Gruppe, der sich für einen Ausflug entschieden hat, von Andy, dem Präsidenten der Crazy Biker abgeholt und es geht auf wunderschönen Straßen in die Karpaten. Nach einem Fotostop erwischt es aber auch den Verfasser dieser Zeilen und er hat innigeren Kontakt zu rumänischem Asphalt, als ihm lieb ist. Die Fahrt wird angesichts (scheinbar) leichter Blessuren fortgesetzt. Am Nachmittag teilt sich die Gruppe. Ein Teil besichtigt Schloss Bran, der andere fährt zurück nach Sibiu und trifft auf der Fahrt eine weitere Gruppe aus Wien, die wie vereinbart angekommen ist. Am Nachmittag verweigert ein Motorrad den Dienst doch die Crazy Biker sind zur Stelle und helfen, wo sie können. Der Tag klingt mit lokalen Köstlichkeiten und weiteren Benzingesprächen aus.



Der 9.9. bringt am Morgen bereits die erste Überraschung. Während ein Teil Sibiu unter kundiger Führung besichtigt und ein anderer Schäßburg, eines der vielen, garantiert echten Draculaschlösser besucht, mache ich einen Ausflug ins örtliche Krankenhaus. Dort wird ein Bruch des rechten Daumens diagnostiziert und ein Gips angelegt. Ein weiterer Teilnehmer kommt zu Sturz, hat aber diesmal wirklich nur leichtere Blessuren und im Innenhof des Museums sind nunmehr 2 Motorräder mit "Kampfspuren" zu besichtigen. Der Abend verläuft wieder wie üblich, doch die Stimmung ist angesichts dreier Verletzter etwas getrübt.

Am 10.9. ist der Tag, für den eigentlich alle hierher gekommen sind. Der Tag der von den Crazy Bikern veranstalteten ersten rumänischen TOY-RUN und jetzt ist jedem klar, warum sich 70 Personen auf den weiten Weg gemacht haben. Bereits in der Früh werden die Packtaschen, Seesäcke und Hartschalenkoffer geleert und ein Berg an Spielsachen, Sportbekleidung und, und, und wird verpackt und in einen bereitstehenden PKW verladen.

Im Zentrum Sibius reihen sich die Österreicher, deren Anwesenheit sich in der Stadt bereits herumgesprochen hat, unter die übrigen Teilnehmer. Nach einer kurzen Begrüßungsansprache geht es auf herrlichen Strecken nach Medias in ein Kinderheim. Dort steht ein Fußballturnier, ein gemeinsames Mittagessen mit den Kindern, Motorradfahren unter polizeilicher Aufsicht mit den Heimkindern und schließlich die Übergabe der Spendensumme in Höhe von 1.727 Euro am Programm. Die Geschenke werden ausgeladen. Eine derartige Menge hat wohl noch kein rumänisches Kind gesehen. Die Sonne nähert sich dem Horizont, als der Konvoi das Heim wieder verlässt und ohne Zwischenfall zurück nach Sibiu geführt wird. Am Startplatz der ersten rumänischen TOY-RUN wird in einem großen Zelt wieder bis spät in die Nacht geplaudert und die Crazy Biker werden zur TOY-RUN 2006 nach Wien eingeladen.


Am 11.9. heißt es Abschied nehmen. In den 4 vergangenen Tagen wurden bestehende Freundschaften gefestigt, neue Freundschaften geschlossen und der Zusammenhalt unter Motorradfahrern/Innen eindrucksvoll demonstriert, auch über Landesgrenzen hinweg. Hier zerfällt der große Konvoi endgültig in Kleingruppen die sich auf den Weg nach Hause machen. Teils wieder in einem eintägigen "Gewaltritt", teils auf einer mehrtägigen Besichtigungstour, teils im Mitauto gefahren, teils auf einem fremden Motorrad.

Am Abend des 12.9. trifft man noch kurz zusammen und die Organisatorin im Hintergrund wird von allen bedankt. Danach geht jeder wieder seiner Wege. Aber man kann allen ansehen, dass diese paar Tage einen bleibenden Eindruck hinterlassen haben. Seien es die strahlenden Augen der Kinder, die Freundlichkeit und Herzlichkeit der Bevölkerung, die Erkenntnis, dass es in Rumänien noch anderes gibt, als Zigeuner, Bären und Vampire, sei es der Zusammenhalt der Biker/Innen untereinander, jeder holt sich das heraus, was für ihn wichtig ist. Und Eines steht fest: Ein Großteil wird ein Wiedersehen feiern können. Am 9. September 2006 in Hermannstadt. Bei der zweiten Rumänischen TOY-RUN.


Von li. nach re.: Andi von Crazy Bike Sibiu, Fredi von den Gelbjacken,
Bärbel Schöfnagl, Ernstl und Schlucki (kniend)

Ein Bericht von Schlucki


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