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Tjaky & Rudi
 
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EVENTS - BERICHTE

Vienna Memorial
24. 11. 2007

Mit einem Schmunzeln betrachtete ich das Plakat, ausgehängt, um das Memorial 2007 zu verkünden. Es beschränkt sich auf das Datum und den Ort. Mehr ist auch gar nicht nötig, denn wer kommen will, weiß, wann es beginnt.

Die Gäste strömen in gewohnt breit gefächerter Vielfalt. Der Flaschenhals am Eingang ist permanent verstopft von den Neuankömmlingen, die in den Saal wollen, und jenen, die entgegen dem Hauptstrom in den Garten streben, um bei nicht allzu winterlichen Verhältnissen der Lunge Frischluft zu verschaffen oder sich in ruhigerem Umfeld in gedämpfter Lautstärke zu unterhalten. Denn drinnen lassen die "Stillborn" - bei der Mike, OMC-Präsiden der Eisenstädter - die Sticks wirbeln lässt, die Post abgehen.




Zu späterer Stunde verschafft sich Chris, OMC National Präsident, Gehör und tatsächlich tritt schnell Ruhe im Saal ein. Alle Augen und Ohren sind auf die Bühne gerichtet, wo er mit volksnaher Wortwahl den tragischen Tod von Reini, Member des MC Kellerratten, revue passieren lässt und dessen noch tragischere Folgen beschreibt.

Für Reini gab es drei wichtige Dinge in seinem Leben: seine gehbehinderte Mutter, in hohem Alter auf die Hilfe ihres Sohnes angewiesen und lediglich eine Mindestrente beziehend, seinen MC und seine Arbeit. Müde kam er nach Hause, legte sich etwas hin, da bracht ein Brand in der Wohnung aus, der Reini das Leben kostete. Seine Mutter überlebte. Als sie auf der Gemeinde um finanzielle Unterstützung für das Begräbnis ihres Sohnes ersuchte, wurde sie abgewiesen. Doch nicht nur die Gedanken an die letzte Ruhestätte ihres Sohne bereiteten der Frau Sorgen, es stellten sich weitere Gläubiger ein, die Zahlungen von ihr einforderten für jemanden, der aus dieser Welt gegangen war.

Das Spendengeld dieses Abends kam Reinis Mutter zu, die allerdings nicht zum Memorial erschienen war, da ihr der Weg zu beschwerlich gewesen und ihr das alles zu nahe gegangen wäre. Der Präsi der Kellerratten übernahm die Spende zu treuen Handen in ihrem Namen.

Dass Geld alleine den verlorenen Sohn, der für die Mutter sorgte, sie pflegte sowie für sie alle Arbeiten in Haus und Garten übernahm, nicht ersetzt, erkannten die Kellerratten schnell. Seitdem ihr Bruder nicht mehr ist, treten sie an seine Stelle, kümmern sich um die hilfsbedürftige Frau, erledigen ihre Wege und Einkäufe, mähen den Rasen und versuchen, ihr jeden Wunsch zu erfüllen.

Als Chris das Spendengeld übergibt, tritt der "Sec" der Zeitschrift Biker in Österreich ans Mikrophon und legt aus dem Spendentopf "Brothers on Bikes" noch einen ansehnlichen Betrag drauf.

Nach der folgenden Schweigeminute, in der all jenen gedacht wird, die uns verlassen haben, dankt Chris nochmals allen Anwesenden für ihr Kommen und wünscht weiterhin gute Unterhaltung. Dennoch braucht es einige Zeit, bis das Gehörte so weit verdaut ist, dass die gedrückte Stimmung wieder ihr vorheriges hohes Stimmungs-Level erreicht, wobei die Band "Rockhead" mit ihrem mitreißenden Sound sowie nach Mitternacht "Shumy" einen guten Teil beitragen.

Zum 32. Mal fand 2007 das Memorial statt. Zum 26. Mal wurde es vom OMC organisiert und zum 10. Mal wurden die Mauern und Bretter des Schutzhauses auf der Schmelz in Wien Zeuge einer Veranstaltung, die besonders in diesem Jahr die verschiedensten MCs, Clubs, Vereinigungen und Vereine von Motorradfahrern auch aus dem Ausland sowie Free Biker anzog, um gemeinsam dort zu helfen, wo den österreichischen Staat einmal mehr die Notlage einer seiner Bürgerinnen völlig gleichgültig war.

 


Ein Klischee verpufft

Am 24.11.2007 war es so weit: das Memorial. Natürlich fragte Tjaky, ob ich mit meinem Freund Christoph mit will. Wir sagten ja.

Ich, Conny, kannte die Bikerszene vom Besuch einiger Treffen, doch für Christoph, einen Motorradfahrer, der von MCs, Clubs und Co. keine Ahnung hat, war dies ein absolut neuartiges Erlebnis. Von diesem möchten wir nun gerne berichten.

Kutten, lange Haare, strenge Blicke der Security und darunter Christoph, ein "normaler Motorradfahrer", etwas overdressed in elegantem, schwarzen Hemd und Jean. Doch jedem war es egal. "Hauptsache du bist dabei" schien wohl der Leitsatz.
Erst als der Präsident der Outsider mit seiner Ansprache begann, wurde war es still. Die Lautstärke, die vorher geherrscht hatte, war wie weggeblasen und das war der Moment, um den es bei dieser Veranstaltung eigentlich ging. Wie jedes Jahr wurde der "gespendete Eintritt" einer Person zugesprochen, die Hilfe wirklich brauchte.

Christoph kannte von den Anwesenden niemanden außer gerade mal Tjaky, Rudi und Conny. Doch dies spielte hier absolut keine Rolle. Er war da und sah, dass die "bösen" Biker gar nicht böse sind. Das Klischee, welches die Boulevard-Medien von den Bikern in schwarzem Leder vermitteln, hatte bislang auch Christophs Meinung über diese Szene beherrscht. In den Momenten, als über Reinis Schicksal berichtet wurde, war es wie vom Winde verweht. Die "ach so bösen Biker" standen da und zeigten, dass sie Menschen sind, die weinen können und tiefe Gefühle haben.

"Man lernt ja auf unterschiedlichsten Events Leute kennen, wenn man viel unterwegs ist. Was allerdings die stärkste Wirkung auf mich hatte, war der Zusammenhalt der Bikerszene", sagt Christoph heute. "Es soll sich jeder selbst ein Bild davon machen. Klar können auch Biker mal böse werden, genau wie jeder andere Mensch, der nicht Motorrad fährt, aber hier bei dieser Veranstaltung habe ich absolut nichts davon bemerkt."

Alles in allem: die Musik war gut, das essen war gut, die Leute waren alle nett. Christoph meint weiters: "Mir kann keiner mehr erzählen, dass die Bikerszene von Aggression und Bandenkrieg beherrscht wird. Mein Bild davon hat sich auf dem Memorial völlig verändert."

Text: Conny und Christoph



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