Die Inhalte dieser Website sind urheberrechtlich geschützt. Eine Veröffentlichung in einem anderen Medium (auch auszugsweise) bedarf der schriftlichen Zustimmung der Seitenbetreiber.

Tjaky & Rudi
 
office@bikerwelt.at      
 
  NEWS
News-Archiv
 
  Niederösterreich
Niederösterr. - Burgenld.
Niederösterr. - Steiermark
Salzburg
Salzburg - Kärnten
Salzburg - Oberösterreich
Salzburg - Tirol
Salzburg - Steiermark
Oberösterr. - Steiermark
Kärnten
Wien

Griechenland 2007
Griechenland 2006
Griechenland 2005
Griechenland 2004
Griechenland 2003
Griechenland 2002
Griechenland 2001
Griechenland 1999
Bikerclubs Griechenland
 
  Bikerszene in Österreich
Clubs, Vereine, ...
Dachorganisationen
Events-Berichte
Biker-Benefiz Nachlese
Fahren im Konvoi
Motorradkalender

Bikerwelt-Aufnäher
 
  Sicherheitstipps
Schutzkleidung
Anhalte-/Überholweg
Neueinsteiger-Eckerl
Gefahren
Verkehrszeichen
Bastelstunde
Buchtipps
Bikerfreundliche Betriebe
Puzzles
Fotoimpressionen
Bikerwitze
Comix
An den Pranger
Tattoo
Forum
Grusskarten
Gästebuch
 
  Pioniere der Schotterstraße
Das Tagebuch
Italien 1956
 
  Touren-Links
Priv. Biker-Sites
Firmen
Organisationen
Motorrad-Recht
Wetter
Zeitschriften online
Linktausch
 
  Verkehr
Tourismus
 
  Wir
Unsere Motorräder
Geschichte der Bikerwelt
Pressespiegel
e-mail
Impressum
   
  seit 17.4.2000




EVENTS - BERICHTE

Frühlingssonne, gute Stimmung und Glaube - Motorradweihe mit Benefiz der Fahrgemeinschaft Gerasdorf
27. 4. 2008

Eine kleine Fahrgemeinschaft in einem kleinen Ort in Niederösterreich engagiert sich für MPS-kranke Kinder, sammelt Spenden und organisiert eine Motorradweihe. Man fährt hin, denn der eine oder andere, den man kennt, fährt auch hin. Wir erwarten nichts Großartiges, doch als wir Gerasdorf näher kommen, beschleicht uns ein seltsames Gefühl. Nichts Großartiges?

Bereits vor Gerasdorf sehen wir immer wieder Gruppen von Bikern, die sich zusammenrotten. Die wollen doch nicht etwa alle dorthin? Je näher wir dem Veranstaltungsplatz kommen, umso weniger brauchen wir nach einer Beschilderung Ausschau halten. Wir folgen einfach den Motorrädern, die zielstrebig und ortskundig dem Sportplatz zustreben.

Klicke, um zu vergrößern:

Der weitläufige Parkplatz davor ist an diesem Sonntag im April für Motorräder und Trikes reserviert. Gelb bejackte Mädels an der Zufahrt begrüßen die Ankommenden und heften unseren Radeln eine Erinnerungsschleife an den Rückspiegel. Ein paar Meter weiter die ebenso gelben Dirigenten, die routiniert Ordnung in das scheinbare Chaos der herumwurlenden Eintreffenden bringen.

Es werden mehr und mehr. Und noch mehr. Das herrliche Wetter an diesem Morgen lässt das Bikerherz aufjubeln und die Massen in den Sattel steigen. In geschlossener Formation treffen Delegationen von jeweils ca. 25 Mann (und Frau) der Ami-Cruisers, der Red Biker, der Honky Tonk Line Dancer Gang sowie der Eagles-Gang ein. Auch andere Clubs sind vertreten. Hauptsächlich wird das Bild jedoch von Freebikern geprägt.

Später werden wir rekonstruieren: Es waren 360 Schleifen vorbereitet. Viele fahren ohne eine anzunehmen weiter. Einerseits, weil sie der Fahrer nicht will, aber auch, weil die Mädels zeitweise dem Ansturm nicht gewachsen sind. Irgendwann gehen die Schleifen aus, doch der Zustrom reißt nicht ab. Wir schätzen, dass 450 bis 500 ein- oder dreispurige Fahrzeuge der Einladung der "Fahrgemeinschaft Gerasdorf" gefolgt sind.

Jeder freie Fleck ist als Abstellplatz genutzt, als gegen 10 Uhr Pfarrer Branko Blazincic am Trike mit mit Bürgermeister Mag. Alexander Vojta im würdigen Geleitzug eintrifft.

Gemeinsam mit ihm und Franz von der FgG betritt er die Bühne. Dem Anlass entsprechend trägt der Bürgermeister eine Motorradjacke, die er, die Prallsonne voll auskosten dürfend, gerne mit einem T-Shirt der FgG tauscht. Pfarrer Branko erhält eine gelbe Jacke - "damit man ihn besser sieht". Nach einigen begrüßenden Worten gestalten die drei eine kurze Andacht, Fürbitten und ein Vater Unser sowie den Segen und die Bitte um den behütenden Beistand auf unseren oft gefährlichen Wegen. Der Pfarrer fasst sich kurz, denn gleich danach steht die Erstkommunion im Ort an. Keiner ist ihm deswegen böse.

Er nimmt sich jedoch ausgiebig Zeit, um auf Fahrer und Motorräder kräftig Weihwasser regnen zu lassen und ist bemüht, jedes und jeden - wenn auch nur symbolisch - zu treffen.

Nach der Weihe ist eine kleine gemeinsame Ausfahrt geplant. Fast alle Motorräder werden dazu angeworfen. Der Konvoy ist - sogar für Konvoy-Gewohnte - beeindruckend und scheint nicht enden zu wollen. Den Schluss bildet das Rettungsfahrzeug. Sicher ist sicher.

Franz und die Mitglieder der FgG haben nicht mit einem derartigen Ansturm gerechnet. Man hofft, dass alles gut geht, denn bei der Länge des Konvoys könnte es passieren, dass die ersten an einem Punkt der Strecke das Ende der Schlange kreuzen müssen. Die Sorge erweist sich als unbegründet. Obwohl eine Motorradfahrerin im Kreisverkehr ausrutschte (Anm. v. Tjaky: Seltsam, woher kennen wir das?), kehrten alle wohlbehalten zum Platz zurück.

Wer bis dahin noch nicht am Buffet zugeschlagen hat, tut es jetzt. Die Betreiber der Sportplatzkantine legen sich mächtig ins Zeug, um die hungrigen Mägen zu füllen, wobei die Bratwürste und Käsekrainer nach einiger Zeit dasselbe Schicksal ereilt wie die Erinnerungsschleifen. Doch hungrig bleiben muss keiner. Bis zum Ende der Veranstaltung kann man sich noch mit Fleischlaberln und Schnitzel sowie bestrichenen Broten und verschiedenen Kuchen laben.

Während die meisten damit beschäftigt waren, ihr Motorrad gemeinschaftlich durch die Landschaft zu steuern, haben die "Smart-Smokers" die Bühne in Beschlag genommen. Nun rocken'n'rolen die fünf quirligen Burschen, sorgen mit ihrer Musik und ihren losen Sprüchen für Bombenstimmung und ziehen von der Prallsonne gut durchhitzt unerschütterlich ihre noch heißere Show durch. Abgelöst werden sie von "Heidi von Orth", deren Songs eher in die Richtung von Dolly Parton und Janis Joplin driften.

An dieser Stelle ein extra Daumen hoch, denn beide haben bewiesen, dass man ein Publikum auch dann gut unterhalten kann, auch wenn man nicht den Platz zuschallt, sondern die Lautstärke so wählt, dass man sich in normalem Tonfall noch daneben unterhalten kann.

Einen weiteren Programmpunkt setzten die Mitglieder der Honky Tonk Line Dancer Gang, jene tanzenden Biker oder bikenden Tänzer, die man bereits lange in unserem Clubverzeichnis findet oder auf Bikerfesten traf. An diesem Tag zeigen sie ihr Können zur Country-Musik und lassen die Beine wirbeln.

Zum wohl wichtigsten Punkt der Tagesordnung neben der Motorradweihe betritt Frau Priska von der MPS Austria die Bühne. Sie berichtet über MPS, einer schrecklichen Krankheit, die manche Kinder in sich tragen, von der man jedoch die ersten Jahre nichts bemerkt. Erst nach 3 bis 6 Lebensjahren wird sie offensichtlich und nur dann diagnostiziert, wenn der behandelnde Arzt auch gut über diese sehr seltene Stoffwechselkrankheit Bescheid weiß. Das tragische an MPS ist, dass die an ihr erkrankten Kinder das Erwachsenenalter nicht erleben. Die Forschung zur Entwicklung von Behandlungsmöglichkeiten wird kaum gefördert und Behandlungen, die Wirkung zeigen, sind sehr teuer.

Als Franz live on stage zu den bis dahin gesammelten Spenden noch jene Beträge hinzuzählt, die in letzter Sekunde einlangten, kommt er auf einen Gesamtbetrag von 1.990,- Euro. Um die Sache abzurunden, greift er kurz entschlossen ins eigene Wallet und legt noch einen 10er drauf. 2.000,- Euro, die Frau Priska als Vertreterin der MPS Austria übergeben werden.

Wer zu diesem Zeitpunkt nach Hause gefahren ist, hat einiges verpasst. Weitere Auftritte von Heidi und den Smart Smokers (letztere schaffen es tatsächlich, mit ihren amüsanten Liedern die gute Laune noch weiter anzukurbeln)

sowie die Darbietungen der "Paradise of Horses", einer Line-Dance-Gruppe von Kindern und Jugendlichen. Obwohl für alle ein Hobby, brilliert die seit 9 Jahren bestehende Truppe mit ausgereifter Bühnenerfahrung, sehr viel Engagement und Investitionen in ihre Freizeitbeschäftigung neben Schule und lernen.

Alle Künstler treten kostenlos auf und tragen so auf ihre Art zum gelungenen Fest bei.

Als es auf 16 Uhr zugeht, verklingt die Musik. Die letzten Biker besteigen ihre Motorräder und entschwinden Richtung Heimat. Nur die FgG, die fliegenden Händler und ihre Helfer bleiben zurück. Es gilt ja noch, Stände, Bänke, Tische und Bühne abzubauen sowie den Platz zu säubern, womit sie wohl bis zum Sonnenuntergang beschäftigt sind.

Ungefähr 500 Motorradfahrern haben die Mitglieder der Fg Gerasdorf und ihr Team einen wunderschönen Tag beschert. Ungefähr 500 Motorradfahrer haben zusammengelegt und MPS-kranken Kindern geholfen. Und eine Hand voll Leute der FgG hat das alles vorzüglich geplant und organisiert.


Zurück zur Veranstaltungsübersicht



© Copyright by Tatjana Suchovsky & Rudi Benesch
Die Inhalte dieser Website haben wir nach bestem Wissen zusammengestellt, können jedoch keine Garantie für Vollständigkeit oder Richtigkeit übernehmen. Wenn du einen Fehler oder missverständliche Passagen entdeckst, bitten wir um eine Mitteilung per E-Mail.