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EVENTS - BERICHTE

Wenn griechische Biker feiern ...
Bikerfest in Didima/Griechenland
29. 5. 2004

Auf unserer Griechenlandreise erfahren wir in Tolo von einem Bikerfest in Didma, zu dem 4.000 Motorradfahrer erwartet werden. Eigentlich hatten wir die Besichtigung von Mykene im Reiseplan eingetragen, doch der alte Stanahaufen würde uns sicher nicht davonlaufen. Bikertreffen in Griechenland zählen noch zu den raren Events.

Also aufgesessen und los! Das Festl ist nur eine Stunde von Tolo entfernt. Je näher wir Didima kommen, umso mehr begegnen und überholen uns Motorradfahrer, wie sie in dieser Menge sonst nie in Griechenland in einer Region gleichzeitig anzutreffen sind. Sie scheinen wie wir durch die Gegend zu irren und das Bikertreffen zu suchen.

Wir schießen über das Ziel hinaus, denn dort, wo wir einbiegen hätten müssen, stand die Polizei mit dazugehörigem Fahrzeug und vier Mann hoch - für unsere Verhältnisse undenkbar, dass die Herren an der Zufahrt zu einem Motorradtreffen Posten beziehen.

In Griechenland ist das anders. Die Exekutive ist präsent, aber sie exekutiert nicht. Es herrscht Frieden für vier Tage. Die Motorradfahrer passieren die Polizisten ungestraft ohne Helm am Kopf und ohne Licht, mit zum Teil ziemlich gewagt umgebauten Bikes.

Auch "Zufaht beschildert" gibt es in Griechenland noch nicht. Ein paar Pfeile auf der Fahrbahn mit bunter Kreide gemalt, sollen ausreichen, um die Anreisenden auf den richtigen Weg zu leiten. Über eine ziemlich schlaglöchrige, schmale Straße erreichen wir das Festareal, in dessen Mitte sich ein riesiger, herabgewirtschafteter Hotelklotz befindet. Rundherum: Zelte, so weit das Auge reicht.

Dazwischen bis zu 4 m im Durchmesser große Feuerstellen, schattenspendende Bäume und Motorräder: zu 94 % mit griechischem Kennzeichen, zu 5,9 % ohne Kennzeichen, das restliche 0,1 % sind Schweizer und Deutsche.

Man wird das Gefühl nicht los, dass hier alles, was das Motorrad und sein Umfeld betrifft, im Vergleich zum Stand der Dinge in unseren Landen noch in den Kinderschuhen steckt. Ein Prospekt, vom Veranstalter mit dem Erinnerungs-T-Shirt verteilt, bewirbt Motorradbekleidung zu Preisen, die in Österreich oder Deutschland am Markt keine Chance hätten. Auch Jeans-Kutten mit Erinnerungspatches sind hier völlig unbekannt. Die unsrigen werden von allen bestaunt und immer wieder müssen wir erklären, was es damit auf sich hat. Die Idee findet Gefallen unter den griechischen Bikern.

Dann entdecken wir doch noch ein paar Kuttenträger: die Members der "Macedonian Warriors", die uns ebenfalls freundlich willkommen heißen. Sie sind einer von acht MCs in Griechenland. Und es gibt noch ca. 50 andere Fahrgemeinschaften, meist Enduro-Clubs.

Was wir hier an Motorrädern zu sehen bekommen, ist unbeschreiblich! Somanches Gefährt wurde aus vielen zu einem zusammengebaut. Einen TÜV hat es nie gesehen. Andere sind brandneu. Sportliches Fahren wir auch in Griechenland langsam modern und löst die für hiesige Straßenverhältnisse so praktischen Enduros ab. Als modern gilt es offensichtlich auch, den hinteren Kotflügel abzumontieren und die Blinker und das Kennzeichen gleich dazu.

Die Individualität der Fahrzeuge auf diesem Motorradtreffen verdeutlichen uns die Philosophie der griechischen Exekutive: Es ist nicht wichtig, dass Umbauten auf konstenintensivem, bürokratiebelastetem Weg typisiert werden und beflissentlich darüber gewacht wird, dass ja kein Teil montiert wird, das nicht staatlich bewilligt ist (siehe auch das Ende unserer Reise, den Grenzübertritt nach Österreich), sondern dass das Motorrad und der Fahrer sicher und weder angetrunken noch unter dem Einfluss von Drogen unterwegs sind.

Ein Beispiel: Es ist völlig unwichtig, wie groß die Blinker sind, ob sie für das Modell zugelassen sind, ob sie ein E-Prüfzeichen haben und ob sie in die Fahrzeugpapiere eingetragen sind - Hauptsache es sind welche am Fahrzeug drauf und sie funktionieren. Und wenn sie dann auch noch benützt werden, ist die Sache perfekt!



Die Helmpflicht gibt es schon lange. Seit zwei Jahren wird von der Polizei - auch mit Strafen - darauf geachtet, dass sie eingehalten wird. Sie endgültig durchzusetzen, wird wohl noch einige Jahre dauern. Auch die Motorrad-Zubehörindustrie ist gefordert und wird das ihrige dazu beitragen können, indem sie Motorradbekleidung und Helme produziert, die für Temperaturen über 40 °C geeignet sind.

Wir verlassen das Fest, welches von der HELLENIC MOTORCYCLISTS FEDERATION veranstaltet wurde, am späten Nachmittag, um noch vor Einbruch der Dunkelheit zurück in Tolo zu sein. Die Bilder dieses Tages hinterlassen einen tiefen Eindruck in uns. Es gab viel zu bestaunen und vieles verwunderte uns. Noch müssen Griechenlands Polizisten den Motorradfahrern beibringen, einen Helm zu tragen. Noch können wir in diesem Land freie Bike-Individualität erleben. In ein paar Jahren - fürchten wir -, wird auch hier EU-gesteuerte Bürokratie Oberhand gewinnen.


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