Die Inhalte dieser Website sind urheberrechtlich geschützt. Eine Veröffentlichung in einem anderen Medium (auch auszugsweise) bedarf der schriftlichen Zustimmung der Seitenbetreiber.

Tjaky & Rudi
 
office@bikerwelt.at      
 
  NEWS
News-Archiv
 
  Niederösterreich
Niederösterr. - Burgenld.
Niederösterr. - Steiermark
Salzburg
Salzburg - Kärnten
Salzburg - Oberösterreich
Salzburg - Tirol
Salzburg - Steiermark
Oberösterr. - Steiermark
Kärnten
Wien

Griechenland 2007
Griechenland 2006
Griechenland 2005
Griechenland 2004
Griechenland 2003
Griechenland 2002
Griechenland 2001
Griechenland 1999
Bikerclubs Griechenland
 
  Bikerszene in Österreich
Clubs, Vereine, ...
Dachorganisationen
Events-Berichte
Biker-Benefiz Nachlese
Fahren im Konvoi
Motorradkalender

Bikerwelt-Aufnäher
 
  Sicherheitstipps
Schutzkleidung
Anhalte-/Überholweg
Neueinsteiger-Eckerl
Gefahren
Verkehrszeichen
Bastelstunde
Buchtipps
Bikerfreundliche Betriebe
Puzzles
Fotoimpressionen
Bikerwitze
Comix
An den Pranger
Tattoo
Forum
Grusskarten
Gästebuch
 
  Pioniere der Schotterstraße
Das Tagebuch
Italien 1956
 
  Touren-Links
Priv. Biker-Sites
Firmen
Organisationen
Motorrad-Recht
Wetter
Zeitschriften online
Linktausch
 
  Verkehr
Tourismus
 
  Wir
Unsere Motorräder
Geschichte der Bikerwelt
Pressespiegel
e-mail
Impressum
   
  seit 17.4.2000




BIKER-BENEFIZ NACHLESE

In Pappmachée am Ring
Aussergewöhliche Bewegung eines Solidarischen

Freitag, 25.4.2008, früher Nachmittag. Ein Wolkenbruch überschwemmt Wien. Ich stehe am Fenster, beobachte die Flut von oben und frage mich, wie schwer wohl ein Fahrrad wird, das mit Pappmaché zum Motorrad umgestylt wurde, und wie sich dessen dann vermutlich ungleich gelagertes Gewicht auf Fahrverhalten und Traktion auswirkt.

Den Ursprung dieses Gedankens bildet Ernstls Versuch, mit eben einem solchen Fahr-Motorrad ein Mal die Wiener Innenstadt zu umkreisen. Angesichts des schlechten Wetters kann man seine bereits traditionelle Ringrunde diesmal tatsächlich als Versuch ansehen, denn: Was, wenn das Sauwetter anhält und sich das "Ding" auflöst?

Das außer Konkurrenz angefertigte Pappmaché-Motorrad umkreist die Wiener Innenstadt

Wer Ernstl Graft kennt, der weiß, dass die Sprachlosigkeit nicht zu jenen Eigenschaften zählt, die man ihm spontan zuschreiben mag. "Völlig hin und weg" war er jedoch, als vor Monaten die ersten Bilder der 54 zum Pappmaché-Wettbewerb eingeladenen Sozialeinrichtungen in der TOY-RUN-Zentrale eintrafen. Da es auch seinem Freundeskreis nicht anders erging, war schnell ein Entschluss gefasst: Die handwerklich geschicktesten "Gelbjacken" marschierten in den Bastelkeller und schufen auch ein Motorradmodell mit Mehrwert: "Es muss fahren können". Voll fahrtauglich ist es auch geworden - und ausgesprochen umweltfreundlich. Während die Kinder und Jugendlichen in den Sozialeinrichtungen mit Papier, Schere und Kleber hantierten, griffen die "älteren Kinder" zu gröberem Werkzeug. Mit Hammer und Säge, mit Blechschere und Schweißgerät schufen sie ein verkleidetes Fahrrad, das anschließend mit der charakteristischen gelben Karosserie verschönert wurde.

Bei der Anfahrt zum Treffpunkt, dem Burgtheater an der Wiener Ringstraße, spritzt es aus dem Himmel. Als wir ankommen, hat es aufgehört. Während wir darauf warten, dass es losgeht, ziehen höchst bedrohliche Wolken hinter dem Rathaus auf.

Klicke, um zu vergrößern:

Nachdem Ernstl gestartet ist, hat der Wettergott ein Einsehen und hält das Unwetter zurück. Keine durchweichten, aufgelösten Papierfetzen auf der Fahrbahn, denen wir ausweichen müssten.

Diesmal habe ich am Ende des Konvoys Position bezogen, von wo aus ich Ernstls Strampelei in der Pole zwar kaum mitbekomme, umso mehr aber das beeindruckende Bild der meist warnblinkenden Motorräder, deren Fahrer sich hupend und winkend an den Schaulustigen am Straßenrand vorbeibewegen.

Zurück am Burgtheater das Resumée Ernstls: "Es war sehr anstrengend, weil der Sitz sehr niedrig eingestellt war. Dadurch war das Strampeln extrem oberschenkel-intensiv. Die Lenkstange war mir suspekt, die hat gerüttelt und gewackelt, dadurch war ein Aufstehen und im Stehen-Strampeln nicht möglich. Ich versuchte ein annehmbares Tempo zu erreichen, damit die Mopeds nicht heiß werden - mir wurde allerdings sehr heiß."

Dass es diesmal ab der Steigung sehr langsam weiterging, merkte man im Konvoy, doch legte Ernstl ein akzeptables Tempo vor, sodass es nicht notwendig wurde, anzuhalten. Faszinierend einmal mehr am Rande zu beobachten, wie gesittet und aufeinander achtend sich die Teilnehmer trotz Schneckentempo von vier Spuren auf zwei zusammenfädelten ohne einander zu touchieren, als bei der Urania abgebogen wurde.

Ernstl berichtet weiter: "Ab der Urania macht die Ringstraße eine Steigung durch, die man mit dem Moped nicht merkt, am Radl sehr wohl." Sehr wohlgefällig und dankbar äußerte er sich auch über die Unterstützung der Polizei, die Kreuzungen sperrte und es so möglich machte, zügig durchgehend in die Pedale treten zu können.

Warum tut er sich so etwas überhaupt an?
"Aussergewöhliche Bewegung" lautet das diesjährige Motto.
Ernstl hatte vorab erklärt: "Mit meiner Fahrt möchte ich nicht nur auf die bevorstehende TOY-RUN hinweisen, sondern auch aufzeigen, dass sich sowohl tausende Mitarbeiter in den verschiedensten Sozialberufen, aber auch unzählige Freiwillige, NGOs und Initiativen in Österreich gerne und mit Leidenschaft für Bedürftige abstrampeln. Ob in Kinder- oder Altenheimen, in Spitälern, Geriatriezentren oder in Pflegezentren; ob in Großstädten oder kleinen Gemeinden: Überall sind engagierte Menschen für ihre Mitmenschen und die Gesellschaft da, obgleich ihre Arbeit oft unbemerkt erfolgt, und manchmal auch ungedankt bleibt."

Fotos: Tjaky, Toy-Run-Crew





© Copyright by Tatjana Suchovsky & Rudi Benesch
Die Inhalte dieser Website haben wir nach bestem Wissen zusammengestellt, können jedoch keine Garantie für Vollständigkeit oder Richtigkeit übernehmen. Wenn du einen Fehler oder missverständliche Passagen entdeckst, bitten wir um eine Mitteilung per E-Mail.